Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung einen grundlegenden Wandel. Künftig werden nicht mehr ausschließlich Menschen über den Kauf eines Produkts entscheiden. Immer häufiger werden KI-Systeme im Auftrag von Verbrauchern handeln und dabei auf strukturierte Produktdaten, Verfügbarkeiten, Preise, Bewertungen und weitere digitale Informationen zugreifen.
Was ist Agentic Commerce?
Agentic Commerce beschreibt den Einsatz autonomer KI-Agenten im Kaufprozess. Anstatt selbst verschiedene Webseiten zu besuchen, formulieren Nutzer lediglich ihr Ziel oder ihren Bedarf.
Beispiele hierfür sind:
„Finde das beste E-Bike für den täglichen Arbeitsweg.“
„Buche einen Flug nach Barcelona für unter 300 Euro.“
„Bestelle die günstigsten Druckerpatronen für mein Gerät.“
Der KI-Agent analysiert daraufhin verfügbare Angebote, vergleicht Produkte und kann den Kaufprozess selbstständig durchführen. Die Rolle des Konsumenten verschiebt sich dabei von der aktiven Produktsuche hin zur Definition von Anforderungen und Präferenzen.
Damit entsteht eine völlig neue Form der digitalen Customer Journey.
ACP und UCP: Die Protokolle hinter dem Agentic Commerce
Um die Kommunikation zwischen KI-Agenten, Händlern, Marktplätzen und Zahlungsanbietern zu ermöglichen, entstehen derzeit neue technische Standards. Im Mittelpunkt stehen dabei das Agentic Commerce Protocol (ACP) und das Universal Commerce Protocol (UCP).
Beide Ansätze verfolgen das Ziel, digitale Einkaufserlebnisse für KI-Systeme zugänglich zu machen.
ACP wurde entwickelt, um KI-Assistenten den direkten Kauf und die Zahlungsabwicklung innerhalb von KI-Plattformen zu ermöglichen. Ziel ist es, Transaktionen nahtlos in KI-gestützte Nutzererlebnisse zu integrieren.
UCP verfolgt einen umfassenderen Ansatz. Der Standard soll die gesamte Customer Journey unterstützen – von der Produktsuche über den Kauf bis hin zu Service- und Supportprozessen. Das Ziel besteht darin, eine gemeinsame Sprache für Händler, Plattformen, KI-Agenten und Zahlungsanbieter zu schaffen.
Auch wenn sich die Standards noch entwickeln, zeichnet sich bereits heute ab, dass Unternehmen künftig mit mehreren KI-Commerce-Protokollen arbeiten müssen, um auf unterschiedlichen Plattformen sichtbar zu bleiben.
Für Händler und Hersteller bedeutet dies, dass künftig standardisierte Schnittstellen und maschinenlesbare Informationen an Bedeutung gewinnen werden.
Agentic Commerce schafft neue Anforderungen für Händler
Die Entwicklung zeigt, dass nicht mehr nur Websites, Onlineshops und Marktplätze optimiert werden müssen. Unternehmen müssen ihre Informationen zunehmend auch für KI-Agenten bereitstellen.
Dadurch entstehen neue Anforderungen an:
- Datenqualität
- Datenverfügbarkeit
- Standardisierung
- Schnittstellenmanagement
- Automatisierung
- Produktkommunikation
Händler und Hersteller, die ihre Commerce-Strategie frühzeitig an diese Veränderungen anpassen, schaffen die Grundlage für langfristige Sichtbarkeit in einer KI-getriebenen Handelswelt.
„Wer heute in hochwertige Produktdaten, zentrale Datenplattformen und standardisierte Commerce-Prozesse investiert, schafft die Voraussetzungen für erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle im Zeitalter des Agentic Commerce“, sagt Max Henrychowski, VP Sales EMEA Central bei Akeneo.
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