Natürlich.Verbunden.
18.06.2026
Mit „Natürlich.Verbunden.“ hat die Aachener Künstlerin Sandra Ganser eine raumgreifende Installation geschaffen, die weit über ein klassisches Kunstwerk hinausgeht.
Entstanden ist ein sinnlicher Erfahrungsraum über Verbundenheit – zwischen Mensch und Natur, Innen und Außen, Gemeinschaft und Individuum, Stille und Begegnung.
Die Installation entstand gemeinsam mit weit über hundert Beteiligten aus unterschiedlichen Generationen, kulturellen Hintergründen und sozialen Kontexten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sammelten, trockneten und verarbeiteten gemeinsam heimische Pflanzen.
Viele Teilnehmende hatten zuvor keinerlei Bezug zu Kirche, Kunst oder kreativen Prozessen.„Mich interessiert nicht Kunst als abgeschlossener Gegenstand“, sagt Sandra Ganser. „Mich interessiert, was zwischen Menschen entsteht. Wie Räume sich verändern, wenn Menschen sich einbringen. Wie Natur uns wieder in Verbindung bringen kann – mit uns selbst, mit anderen und mit etwas Größerem.
“Ein Werk im Dialog mit Raum und Jahreszeit
Die Installation reagiert unmittelbar auf die Architektur der Friedenskirche. Linien der Holzdecke werden aufgenommen und in den Raum weitergeführt. Vom Eingangsbereich bis über den Altar hinweg entfalten sich strahlenartige Bewegungen aus Blüten und Naturmaterialien. Gerade im Kontext von Christi Himmelfahrt entsteht so ein Bild von Aufstieg, Leichtigkeit und Verbindung zwischen Erde und Himmel.
Verarbeitet wurden rund 15.000 Blüten und Federn sowie etwa 1.000 Meter Draht. Insgesamt flossen über 65 verschiedene heimische Pflanzenarten in das Werk ein – darunter Rosen, Lavendel, Flieder, Vergissmeinnicht, Narzissen, Anemonen und Gräser. Viele Materialien wurden über Monate hinweg in der Region gesammelt und sorgfältig getrocknet.
Die Natur selbst wird dabei nicht nur Material, sondern eigentliche Mitgestalterin des Werkes. Farben, Strukturen, Düfte und Vergänglichkeit bleiben sichtbar und schaffen eine unmittelbare sinnliche Erfahrung.
„Die Menschen staunen oft darüber, wie viel Schönheit direkt vor ihrer Haustür existiert“, erzählt Ganser. „Durch das Sammeln verändert sich der Blick. Man beginnt plötzlich wahrzunehmen, was vorher unsichtbar war.“
Kunst als Erfahrungsraum
„Natürlich.Verbunden.“ versteht sich nicht nur als Installation, sondern als offener Erfahrungsraum. Besucher erleben den Raum auf ganz unterschiedliche Weise: in Stille, im Gebet, im Gespräch, beim bewussten Wahrnehmen oder während begleitender Veranstaltungen wie Tanz, Klang, Gesang oder Meditation.
Viele Besucher reagieren zunächst mit einem einfachen „Wow“. Danach folgt häufig etwas Ruhigeres: Innehalten. Staunen. Berührung.„Ich bin überwältigt von der Schönheit dieser vielen Blüten. Mir fehlen die Worte das zu erklären, was dieses Werk mit mir macht. Ich spüre große Freude und Dankbarkeit so etwas Schönes zu sehen und zu erleben.“Genau darauf setzt Sandra Ganser: sinnliche Erfahrung, Atmosphäre und emotionale Resonanz. Themen wie hier die Kraft des Frühlings und der Gemeinschaft werden nicht erklärt, sondern körperlich und räumlich erfahrbar gemacht.
Verbindung von Kunst, Wandel und gesellschaftlichem Dialog
Sandra Ganser verbindet in ihrer Arbeit künstlerische Praxis mit langjähriger Erfahrung in Kommunikation, Marketing und der Begleitung von Veränderungsprozessen. Ihre Projekte entstehen dialogorientiert und ortsbezogen. Dabei geht es immer auch um die Frage, wie Menschen wieder in Verbindung kommen können – mit ihrer Umgebung, miteinander und mit sich selbst.Die Künstlerin arbeitet bevorzugt mit regionalen Naturmaterialien und entwickelt ihre Installationen im direkten Austausch mit Orten und Menschen.
Gemeinschaft wird dabei nicht nur thematisch sichtbar, sondern real gelebt und Teil des künstlerischen Prozesses selbst.„In einer Zeit zunehmender Digitalisierung und Beschleunigung brauchen wir Räume, die uns wieder sinnlich erfahren lassen“, sagt Ganser. „Räume, die nicht nur konsumiert werden, sondern in denen echte Begegnung möglich wird.“Ein poetischer Gegenentwurf zur Entfremdung
Die Installation wirkt zugleich leicht und tiefgründig, verspielt und vielschichtig. Zwischen tausenden schwebenden Blüten entsteht eine Atmosphäre, die Besucher emotional berührt und gleichzeitig gesellschaftliche Fragen öffnet: Wie wollen wir miteinander leben? Was verbindet uns? Wie können wir Natur wieder als Teil unseres eigenen Seins begreifen?
Gerade darin liegt die besondere Kraft der Arbeit von Sandra Ganser: Ihre Kunst schafft keine Distanz, sondern Verbindung. Sie öffnet Räume – innerlich wie äußerlich.
Ort und Öffnungszeiten
Die Installation ist in den kommenden Wochen täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet in der Friedenkirche Baesweiler zu erleben. .Begleitend finden verschiedene Veranstaltungen statt, darunter:offene Chorproben, Klangmeditationen, meditativer Tanz, Evensong
Über die Künstlerin
Sandra Ganser ist eine multidisziplinäre Künstlerin aus Aachen. In ihren Arbeiten verbindet sie Naturmaterialien, Raumkunst, gemeinschaftliche Prozesse und gesellschaftliche Fragestellungen. Ihre Werke entstehen häufig ortsbezogen und partizipativ und beschäftigen sich mit Themen wie Wandel, Verbundenheit, Trauer, Identität und Wahrnehmung.
Portrait:
SANDRA GANSER entwickelt künstlerische und strategische Konzepte an der Schnittstelle von Natur, Raum, Kommunikation und Transformation.
Die Projekte reichen von partizipativen Kunstinstallationen über kreative Beteiligungsformate bis hin zu Konzepten für Marken-, Kultur- und Organisationsentwicklung.
Dabei verbindet Sandra Ganser ihre Erfahrung aus Marketing, PR und Unternehmensberatung mit künstlerischen Methoden und der Arbeit mit Naturmaterialien.
So entstehen Projekte, die Identität sichtbar machen, Werte erlebbar werden lassen und Menschen miteinander in Verbindung bringen.

