Hierzu Younes Frank Ehrhardt, Geschäftsführer von Haus & Grund Hessen: "Mieter und Eigentümer haben in den vergangenen Jahren enorme Steigerungen bei den Nebenkosten hinnehmen müssen. Während in Sonntagsreden immer wieder bezahlbares Wohnen angemahnt wird, wurde eine Erhöhungsspirale der Grundsteuern in Gang gesetzt. Allein in diesem Jahr haben 119 der hessischen 421 Städte und Gemeinden die Grundsteuer B erhöht. Damit hat sich die Zahl der Hebesatzsteigerungen in Hessen verglichen mit 2023 mehr als verdoppelt. Die steigenden Grundsteuern sind nicht nur eine enorme Belastung für die Bürgerinnen und Bürger, auch die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes gerät durch den Anstieg zunehmend in Gefahr. Hessen hat sich mittlerweile von einem Land mit durchschnittlichen Steuersätzen zu einem Hochsteuerland entwickelt. In Verbindung mit einer der bundesweit höchsten Grunderwerbsteuern wird diese Entwicklung ein Hemmnis für den Wohnungsbau und hindert Familien zunehmend daran, Wohneigentum zu erwerben und sich damit eine wertvolle Altersvorsorge zu schaffen. Es ist daher höchste Zeit, dass diese Erhöhungsspirale endlich durchbrochen wird."
Forderung an Landesregierung nach einer Grundsteuerbremse
Die Bürger müssen von der Politik in ihren eigenen Kommunen erwarten können, dass sie die Kosten des Wohnens nicht treibt sowie mit der neuen Grundsteuer und dem Hebesatzrecht mit Bedacht umgeht. Denn schließlich, erinnert Ehrhardt, habe 2019 bei der Verabschiedung der Grundsteuerreform im Bundestag der damalige Bundesfinanzminister Olaf Scholz versprochen, dass die Umsetzung ohne zusätzliche Steuereinnahmen für die Kommunen erfolgen soll. "Leider haben viele Kommunen dieses Versprechen durch teils massive Erhöhungen im Vorfeld unterlaufen."
Ehrhardt: "Wir fordern die Landesregierung daher auf, eine Höchstgrenze für die Grundsteuer B in Form einer absoluten Obergrenze festzulegen. Die Möglichkeit der Festlegung einer solchen Grenze wird den Ländern ausdrücklich durch das Grundsteuergesetz des Bundes eingeräumt. Eine so gefundene Höchstgrenze würde die Steuererhöhungsspirale dämpfen und wäre zum Wohle von Mietern, Eigentümern und der hessischen Wirtschaft."
Über Haus & Grund Hessen: Haus & Grund Hessen - Landesverband der Hessischen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer e.V. ist die Dachorganisation der 81 örtlichen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer-Vereine in Hessen mit insgesamt über 67.000 Mitgliedern. Unser Verband nimmt am politischen Geschehen teil und stärkt dadurch die Position des privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentums in Hessen. Wir vertreten die Interessen der hessischen Haus- und Grundeigentümer gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit. Über Haus & Grund Frankfurt am Main e.V.: Als größter Haus & Grund-Ortsverein in Hessen vertritt Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. die Interessen von fast 11.000 privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Bereits seit 1883 engagiert sich der Verein in Politik und Öffentlichkeit für die Interessen privater Eigentümer.






