Mit dem Fachbuch "Psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde für die Arbeitswelt 4.0 und New Work Primäre Prävention im Zeitalter von Digitalisierung, New Work und BGM" legt Sandra Neumayr-Sopp ein umfassendes Standardwerk vor, das zeigt, wie psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde im Unternehmenskontext wissenschaftlich fundiert, ethisch verantwortet und praktisch umsetzbar als Instrument primärer Prävention eingesetzt werden kann.
Die Arbeitswelt verändert sich rasant: Digitalisierung, neue Formen der Zusammenarbeit, flexible Arbeitsmodelle, Homeoffice und Remote Work sowie steigende Komplexität wirken direkt auf psychische Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Bindung. Gleichzeitig wird deutlich, dass psychische Belastungen selten monokausal sind: Berufliche Anforderungen können als Katalysator wirken im Zusammenspiel mit familiären, partnerschaftlichen oder pflegebezogenen Belastungen, biografischen Stressoren sowie Lebensphasen wie etwa den Wechseljahren. Vor diesem Hintergrund gewinnt primäre Prävention an strategischer Bedeutung für Menschen, Teams und Organisationen.
Das Buch verbindet theoretische und gesellschaftliche Grundlagen mit anwendungsbezogenen Konzepten und zeigt, wie psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde im betrieblichen Kontext gestaltet, implementiert und evaluiert werden kann. Ein Schwerpunkt liegt auf der klaren Abgrenzung zur Heilkunde: Psychologische Beratung erfolgt ohne Diagnostik und ohne heilkundliche Psychotherapie und fokussiert auf Ressourcenaktivierung, Kompetenzaufbau, Orientierung, Psychoedukation und präventive Stabilisierung.
"Primäre Prävention braucht Professionalität, Rollenklarheit und überprüfbare Qualitätsstandards. Das Buch bietet dafür einen wissenschaftlichen Rahmen und zugleich konkrete Wege, wie Prävention im Unternehmensalltag wirksam werden kann", sagt Sandra Neumayr-Sopp.
"Die Stärke des Buches liegt in der Verbindung von struktureller Gesundheitsstrategie und individueller Präventionslogik. Es macht deutlich, wie Beratung außerhalb der Heilkunde als professioneller Baustein im BGM anschlussfähig wird", ergänzt Ralf Wuzel.
Inhalte im Überblick
Das Werk behandelt unter anderem:
-Wandel der Arbeitswelt: Herausforderungen und Chancen für psychische Gesundheit (Arbeitswelt 4.0, New Work)
-Bedeutung primärer Prävention im betrieblichen Kontext: Zielsetzung, Wirkmechanismen, gesellschaftliche und ökonomische Relevanz
-Psychosoziale Belastungen: Modelle, Quellen, Wechselwirkungen, Vulnerabilität und Resilienz sowie das Zusammenspiel von Beruf und privaten Lebensbereichen
-Theoretische, gesellschaftliche und historische Grundlagen psychologischer Beratung außerhalb der Heilkunde sowie professionelle Standards
-Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen: Verantwortung, Datenschutz, Schweigepflicht und Rollenklärung im Unternehmenskontext
-Public-Health-Perspektive: Primärprävention als volkswirtschaftlicher Faktor und Bestandteil von Nachhaltigkeit
-Burnout-Primärprävention und Stressmanagement: Modelle, Früherkennung, Programme und Wirksamkeitsforschung
-Entwicklung und Implementierung präventiver Beratungsprogramme: Bedarfsanalyse, Zielgruppen, Methodenauswahl, Verstetigung
-Employee Assistance Programme (EAP): Struktur, Nutzung, Qualitätsstandards, Evaluation und Zukunftsperspektiven
-Qualitätssicherung und Evaluation: Outcome-Parameter, methodische Paradigmen, Implementation Science
Zielgruppen
Das Buch richtet sich an:
-Psychologische Berater in Ausbildung und Praxis
-Verantwortliche in BGM, HR, Führung und Organisationsentwicklung
-Entscheider, die Prävention, Kultur und Leistungsfähigkeit nachhaltig verbinden wollen
-Lehrende und Weiterbildungsanbieter im Bereich Beratung und Prävention
Mit Gastbeiträgen:
Das Buch enthält Gastbeiträge von Ralf Wuzel, Katherina Crasser, Alexander Bruckner, Christian Schäfer, Antje Ziller, Melissa Lamy und Petra Adelmann.
Link https://www.lehmanns.de/shop/geisteswissenschaften/87986804-9783565218073-beratungswissen-psychologie-ausserhalb-der-heilkunde-psychologische-beratung-ausserhalb-der-heilkunde-fur-die-arbeitswelt-4-0-und-new-work
Über den Verband psychologischer Berater VpsyB e.V. Der Verband hat sich zum Ziel gesetzt, eine umfassende Aufklärung über die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer psychologischen Beratung in belastenden Lebenssituationen zu etablieren. Dies dient auch der Primärprävention psychischer Erkrankungen. Es ist zu erwarten, dass aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung ein steigender Beratungsbedarf für Menschen in schwierigen Lebenslagen besteht, um psychosoziale Belastungen frühzeitig zu bewältigen, bevor ein Gefühl der Überforderung entsteht. Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt bedauerlicherweise weiter an. Dadurch entstehen sowohl dem Gesundheitssystem als auch den Unternehmen enorme Kosten. Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile zu den fünf häufigsten Krankheitsarten, mit einer steigenden Tendenz von etwa 14 %. Es ist allgemein anerkannt, dass psychosoziale Belastungsfaktoren einen entscheidenden Beitrag zur Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Erkrankungen leisten. Daher ist es sinnvoll, bei diesen Belastungsfaktoren anzusetzen und den Menschen durch psychologische Beratung bei der Bewältigung aktueller Probleme zu unterstützen, noch bevor sie zu psychischen Erkrankungen führen. Der steigende Leistungsdruck, Arbeitslosigkeit, hohe Scheidungsraten, Informationsflut, Kontaktarmut und Kommunikationsdefizite u.v.m belasten die Menschen immer mehr. Die primäre Prävention sollte hier ansetzen, um den Menschen zu zeigen, dass ihre Situation veränderbar und lösbar ist, auch wenn sie subjektiv als schwer empfunden wird. In belastenden Situationen ist es wenig hilfreich, eine nicht ausgebildete Person als Ratgeber aufzusuchen. In der psychologischen Beratung geht es darum, den Klienten objektiv, neutral und wertschätzend bei der Klärung seiner Problematik zu unterstützen. Durch gezielte Fragestellungen und Beratungstechniken werden die Klienten zu ihren eigenen Lösungsmöglichkeiten geführt. Psychologische Beratung ist zeitlich begrenzt und stellt keine Heilbehandlung psychischer Erkrankungen dar. Ihr übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Klienten.






