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Comeback des Bausparens
06.06.2023
Bausparverträge sind längst aus der Mode gekommen. Ihr Ruf ist altbacken und verstaubt. Zudem war bei den Niedrigzinsen in den letzten Jahren ein Abschluss unattraktiv, da die Bauzinsen ohnehin im Keller waren. Mit dem Ende der Nullzinsstrategie steigen die Zinsen wieder rasant an und der Bausparer gewinnt an Fahrt. Kommt es zu einem Revival des Bausparens? Laut Bausparkassen wurde im vergangenen Jahr ein riesiges Plus an Neuabschlüssen verzeichnet. Ins Unbezahlbare steigende Mietkosten beflügeln den Wunsch nach einem Eigenheim weiter. Die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) erklärt, welche Möglichkeiten ein Bausparvertrag derzeit bietet und welche staatlichen Förderungen es dafür gibt. Wie funktioniert Bausparen? Das Prinzip ist schnell und einfach erklärt. Es handelt sich um eine Kombination aus Sparplan und Immobiliendarlehen. Bei Vertragsabschluss werden eine Bausparsumme und eine Laufzeit, in der das Bausparziel erreicht werden soll, festgelegt. Die Bausparsumme, im Durchschnitt 70.000 Euro, setzt sich aus einer anvisierten Ansparsumme, z.B. 28.000 Euro, plus der Darlehenssumme, z.B. 42.000 Euro, zusammen. Dabei sollte man sich finanziell nicht überfordern und kalkulieren, wie viel man monatlich beiseite legen kann. Wie bei vielen Finanzverträgen wird eine Abschlussgebühr fällig. In der Regel beträgt diese 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Wird diese auf 70.000 Euro festgelegt, fallen allein schon zwischen 700 und 1.050 Euro als Gebühr für den Vertragsabschluss an. In der Ansparphase wird der Bausparer über mehrere Jahre monatlich bespart. Für das Ersparte gibt es Zinsen. Zudem können staatliche Förderungen dazu verhelfen, das Ansparziel schneller zu erreichen. Die gesetzliche Mindestlaufzeit für den Erhalt der staatlichen Prämien beträgt sechs, die durchschnittliche Laufzeit am Markt acht Jahre. Ist das Sparziel, meist 40 Prozent der Bausparsumme, erreicht, wird der Vertrag zuteilungsreif. Das bedeutet, dass ein Anspruch auf die Zuteilung des Kredites für eine wohnwirtschaftliche Verwendung besteht. Sondereinzahlungen sind in der Regel erlaubt und können die Sparphase verkürzen. Mit dem Zeitpunkt der Zuteilungsreife ist es aber so eine Sache. Sie steht vorab nicht genau fest und hängt von den anderen Bausparern bei derselben Bausparkasse ab. Je nachdem, wie viele Bausparende ihr Darlehen gleichzeitig in Anspruch nehmen möchten, regelt eine Bewertungszahl, wer zuerst bedient wird. Maßgebend hierfür sind die Sparrate und die Vertragslaufzeit. Klappt das nicht sofort, wird der Bausparer weiter bespart. Mit wachsendem Guthaben reduziert sich der spätere Darlehensanspruch. Ist man an der Reihe, erhält man sein Sparguthaben ausbezahlt und kann gleichzeitig das Darlehen in Höhe der Differenz zur Bausparsumme beantragen. In der dritten Phase folgt die Rückzahlung des Darlehens in monatlichen Raten. Im Durchschnitt passiert das in rund zehn Jahren. Der Clou am Bausparen ist, dass der Darlehenszins schon bei Vertragsabschluss feststeht und für die Zukunft festgeschrieben wird. Im Moment sind die Darlehenszinsen noch relativ niedrig, aber schon wieder kräftig am Ansteigen. Wer sich absichern und den aktuellen Zins für später in Stein meißeln möchte, ist mit einem Bausparer gut bedient. Für was ist Bausparen gut? Mit dem Bauspardarlehen muss nicht wortwörtlich gebaut werden. Natürlich kann es als Eigenkapital für den Bau eines Einfamilienhauses genutzt werden. Genauso kann es aber den Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Platzes im Altenheim mitfinanzieren. Ist bereits Wohneigentum vorhanden und läuft ein Immobilienkredit, kann ein Bausparer beispielsweise zur Umschuldung dienen. Er muss auch nicht zwingend für die Anschaffung von Wohnraum verwendet werden, sondern finanziert ebenfalls alle möglichen Erhaltungsmaßnahmen desselbigen oder den Kauf von Anteilen an einer Wohnungsbaugenossenschaft. Auch bei Renovierung, Modernisierung und energetischer Sanierung kann der Bausparer sinnvoll sein. Wie wäre es mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach oder dem Austausch der alten Heizung gegen eine CO2-neutrale Heizungsanlage? Oder ein gemütlicher Kamin, ein festverbauter Swimmingpool im Garten, elektrische Rollläden für die Fenster oder ein komfortabler Treppenlift im Alter? Ob ein Ausbau des Dachbodens oder ein Neuanstrich der Hausfassade, der Bausparer unterstützt dabei. Was man mit dem Geld aus dem Bausparer machen möchte, muss bei Vertragsschluss noch nicht feststehen. Mit einem Bauspardarlehen lässt sich alles rund um eine Immobilie finanzieren, solange die Maßnahme mit der Immobilie fest verbunden ist. Loses Mobiliar, wie eine neue Sofalandschaft, fällt nicht darunter. Wer es sich anders überlegt und lieber auf Weltreis
Portrait:

Die Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern e. V.) mit Hauptsitz in München wurde 1966 als Lohnsteuerhilfeverein gegründet und ist in über 300 Beratungsstellen bundesweit aktiv. Mit mehr als 700.000 Mitgliedern ist der Verein einer der größten Lohnsteuerhilfevereine in Deutschland. Die Lohi zeigt Arbeitnehmern, Rentnern und Pensionären - im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG - alle Möglichkeiten auf, Steuervorteile zu nutzen.

Kontakt:
Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. Werner-von-Siemens-Str. 5 93128 Regenstauf 09402 5040147 www.lohi.de