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Frauen in Oman - selbstbewusst und zielorientiert
16.11.2021

In fremde Kulturen einzutauchen war für Ikhlas Almaawali von Kindertagen an selbstverständlich. Ihr Vater war Mitglied des diplomatischen Teams in der Botschaft des Sultanats von Oman in Jemen, Russland und Ägypten - die ganze Familie mit insgesamt sechs Kindern kam natürlich mit. In Deutschland verbrachte die heute 28-Jährige insgesamt acht Jahre. An der Hochschule Fulda studierte sie internationale Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing. 2020 ging sie zurück in den Oman. "Ein schwieriges Jahr", erklärt die junge Frau. "Der Tod von Sultan Qaboos, der das Land fast fünf Jahrzehnte geführt und quasi aus dem Mittelalter in die Moderne katapultiert hat, hat die Omaner erschüttert. Dann kam die Corona-Krise mit ihren massiven Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage."

Mit ihren fließenden deutschen Sprachkenntnissen hat die weltoffene Akademikerin gute Chancen bei deutschen Unternehmen. Aber sie kann sich auch eine Arbeit im diplomatischen Dienst vorstellen. Dass sie Karriere machen möchte, ist für sie selbstverständlich. "Auch Frauen aus kleinen Städten und Dörfern haben heute klare berufliche Vorstellungen. Die Zeiten, dass die schnelle Gründung einer eigenen Familie das erklärte Lebensziel von Mädchen ist, ist lange vorbei", so die moderne Frau. Von ihrer Familie fühlt sie sich gut unterstützt, gleichzeitig ist ihr die Meinung anderer wichtig. "Wir leben ja zusammen und für mich ist klar, dass ich auf den Erfahrungsschatz der Älteren zurückgreife und davon profitieren möchte", so Ikhlas.

Ikhlas Almawaali - Brückenschlag zwischen den Kulturen stärken

Ihre Erlebnisse in Deutschland haben sie nachhaltig geprägt. Der Schutz der Umwelt mit konsequenter Mülltrennung ist ein Aspekt, den sie gerne im Sultanat verwirklicht sehen würde. Aber auch auf der arabischen Halbinsel gibt es Ansätze, dem überall präsenten Plastik Einhalt zu gebieten. "Es gibt immer mehr Geschäfte, in denen Kunden für Plastiktüten zahlen müssen; aber es ist ein Bewusstseinsprozess, der bei uns noch lange Zeit braucht", weiß sie. Beeindruckt haben die engagierte Omanerin aus der Hauptstadt Maskat auch die öffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland. "Davon können wir bei uns nur träumen", erklärt sie. Gerne denkt sie an ihre langen Spaziergänge in Deutschland zurück, an die bunten Farben der Herbstblätter oder das zarte Grün und knospendes Blütenmeer im Frühling. Im Oman geht niemand zu Fuß; unmöglich bei Temperaturen mit bis zu 45 Grad im Sommer. Das eigene klimatisierte Auto ist allzeit einen Steinwurf entfernt - in der Regel immer mit an Bord sind diverse Plastikflaschen mit genügend Wasser gegen den Durst.

Ihr jahrelanger Aufenthalt in Deutschland hat ihr Selbstbewusstsein weiter gestärkt. "Mädchen im Oman werden von ihren Eltern behütet. Es wird quasi alles für sie erledigt", meint sie. "In Deutschland war ich alleine verantwortlich - habe mir eine Wohnung gesucht, Möbel gekauft, Termine bei Behörden oder meine Steuern erledigt. Heute weiß ich, dass ich stark und unabhängig bin." Ihre Bindung zu Deutschland ist intensiv; das Land ist, wie sie sagt, ihr "zweites Heimatland" geworden. Einen ihrer Träume verrät Ikhlas: "Ich würde gerne eine Aufgabe übernehmen, mit der ich die Brücke zwischen Oman und Deutschland festigen und zur weiteren Verständigung zwischen den Kulturen beitragen könnte." Ein Traum, der hoffentlich in Erfüllung geht; denn um die zahlreichen Verbindungen zwischen dem Sultanat Oman und Deutschland zu stärken, werden entschlossene und tatkräftige Menschen wie Ikhlas Almawaali gebraucht.

Arwa Al Dhabbari- Architektin aus Leidenschaft

Leipzig und Erfurt waren die Orte in Deutschland, die Arwa Al Dhabbari geprägt haben. Fünf Jahre hat sie insgesamt in Deutschland verbracht, zuerst in Leipzig Deutsch gelernt und dann in Erfurt an der Fachhochschule Architektur studiert. Besonders beeindruckt hat sie Düsseldorf: "Der Rhein hat mir gefallen und alles ist auf kurzem Weg erreichbar, einfach eine schöne und gemütliche Stadt", meint die 27-Jährige. "Ich mag kleinere Städte lieber als so große wie zum Beispiel Berlin."

Auf die Frage nach Unterschieden zwischen der Rolle der Frau in Oman und Deutschland meint sie: "Während meiner Zeit in Deutschland habe ich keine großen Unterschiede festgestellt. In beiden Ländern kann die Frau ihre Träume leben und über ihr eigenes Leben bestimmen. Aber mir ist schon bewusst, dass die Frauen in Oman als erste in der arabischen Welt auch in der Politik hohe Positionen bekleiden konnten."

Die junge Mutter lebt mit Mann und zwei Kindern in Maskat. Derzeit arbeitet sie in einem Architekturprojekt, bei dem Einfamilienhäuser geplant und gebaut werden.

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