In der Ratssitzung vom 20. Mai hat der Stadtrat beschlossen, Leipzig solle ein Entwicklungskonzept für seinen Auwald bekommen. Stadtrat Kasek sagte, dies sei "ein urtypischer Antrag" der Leipziger Grünen.
Doch was sind die Fakten?
Im Vorfeld des vom OLG Bautzen zeitnah zu erwartenden Urteils zur Klage der GRÜNEN LIGA Sachen und NUKLAs gegen den Forstwirtschaftsplan 2018/19 der Stadt Leipzig und im Zusammenhang mit der Annahme des Beschlusses für die Erarbeitung eines Auenentwicklungskonzeptes in der o.g. Stadtratssitzung
https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2020/05/Der-Stadtrat-tagt-Leipzig-soll-ein-Entwicklungskonzept-fuer-den-Auwald-erhalten-332445
stellt NuKLA klar:
Seit 2011 setzt sich NuKLA für einen umfassenden Schutz des Leipziger Auwaldes ein und bringt dessen seit Jahrzehnten zunehmende Entwertung und die Frage nach einem, ihn erhaltenden Umgang mit diesem Schatz in die Mitte der Leipziger Bürgerschaft. Von Anfang an wurden dazu von NuKLA auch Politik, Parteien, Stadträte, Verwaltung, Ämter und Behörden sowie der OBM angesprochen. Man beruhigte NuKLA, wiegelte ab und gab zu verstehen, dass der Auwald bei der Stadt und Stadtforsten "in besten Händen" und bestens geschützt sei.
2017 trat NuKLA aus gegebenem Anlass direkt an den damaligen Vorsitzenden der GRÜNEN-Fraktion in Leipzig, Norman Vogler, mit der Frage heran, wie es denn die Partei "mit der Religion halte", den massenhaften Abholzungen auf z.T. mehrfach geschützten Flächen des Leipziger Auwaldes. Laut schriftlicher Antwort von Vogler habe man damit "kein Problem", im Gegenteil, man sei mit der Arbeit von Stadtforsten "zufrieden". (E-Mail)
Insbesondere BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE haben sich mit der SPD auf die Seite der Forstwirtschaft gestellt: Mit Ausnahme der sich enthaltenden AfD haben alle Parteien im Herbst 2019 dem Forstwirtschaftsplan 2019/20 zugestimmt. 2018 war diese Abstimmung übrigens ein Novum für Leipzig: obwohl rechtsverbindliche Vorschrift bei Eingriffen in EU-geschützte Gebiete, wurde dieses Verfahren 2018 erstmalig umgesetzt - nachdem NuKLA diese Rechtsverletzung öffentlich gemacht hatte.
NuKLA hat im Herbst 2018 beim Leipziger Verwaltungsgericht Klage gegen den Forstwirtschaftsplan 2018/19 eingereicht. Das Verfahren liegt inzwischen beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen, und das Urteil wird in Kürze erwartet.
Rückblick.
Blicken wir zunächst in den Winter 2016/2017 zurück.
Im stadtnahen Gebiet Nonne wurden 1,3 ha große sogenannte Femellöcher angelegt: massenhaft und flächendeckend wurden mit schwerem Gerät die alten Eichen und Eschen eingeschlagen und damit Lebensräume geschützter Arten, wie z.B. der Mopsfledermaus, und die sensible Bodenstruktur, ebenfalls Lebensraum unzähliger für die Waldökologie wichtiger Arten, zerstört - um danach in Plantangenmanier junge Eichen zu setzen. Die Bevölkerung Leipzigs war sehr aufgebracht, es gab massive Proteste und Beschwerden gegen die Abholzungen. Gleichzeitig wurden die BürgerInnen in mehreren Artikeln von der LVZ belehrt, alles sei richtig und müsse so sein.
Bereits im Jahr 2007 prangert der NABU Thüringen im Magazin "Nationalpark" (Anlage) die massiven Eingriffe der Leipziger Forstwirtschaft und deren Folgen für seltene und geschützte Arten (z.B. Mittelspecht) an und stellte in seinem Artikel die Frage: "Was machen eigentlich die Leipziger Verbände?" Die Leipziger Verbände, man weiß es, machten nichts. Und sie machen bis heute immer noch nichts, außer den Forstwirtschaftsmaßnahmen zuzustimmen, ein paar einzelne Biotopbäume zum Schutz zu markieren (die dann z.T. trotzdem gefällt werden) und nach den Kahlschlägen Nistkästen aufzuhängen für die Vögel und Fledermäuse, deren Lebensraum sie gerade vernichten ließen. Sie "arbeiten" nach wie vor in der sogenannten AG Stadtwald des Forstamtes Stadtforsten mit, als hätte dieses "Gärtnern im Auwald" etwas mit Naturschutz zu tun.
Was passierte nun genau im Frühjahr 2017?
Es ergab sich, dass NUKLA über Nacht eine Mail bekam mit einer Einladung an die Auwaldfreunde ins Leipziger Forstamt. Man wolle über Auwaldthemen sprechen. Der Absender, der die Mail von Herrn Sickert (Stadtförster) an mich weitergeleitet hatte, fragte nun, ob denn NuKLA auch dorthin gehen würden, da wir ja in Leipzig "der Auwaldverein" schlechthin seien. NuKLA war nicht geladen worden. Also erhielt Herrn Sickert einen Brief mit der Frage, warum NuKLA keine Einladung bekommen habe. Die Antwort: NuKLA sei nicht Mitglied der AG Stadtwald und deswegen nicht eingeladen worden. NuKLA fragte zurück, was d
Eine Art Abrechnung mit dem Naturschutz und der Politik in Leipzig
05.06.2020

