Gehirn trainieren und so das Gedächtnis stärken
20.07.2026
Im Alter verändern sich die Nervenzellen und ihre Verbindungen im Gehirn. Informationen werden langsamer verarbeitet. Auch chronische Erkrankungen, zu wenig Bewegung, Flüssigkeitsmangel oder Durchblutungsstörungen können diese Entwicklung beschleunigen. Darum ist es für Betroffene wichtig, hier frühzeitig gegenzusteuern. Besonders gut geeignet sind Aktivitäten, die Körper und den Kopf gleichermaßen beanspruchen. Dazu gehören etwa Tanzen, Singen, das Erlernen einer Fremdsprache oder eines neuen Hobbys. Entscheidend ist dabei weniger die Art der Beschäftigung als die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren und geistig neugierig zu bleiben.
Auch soziale Kontakte spielen eine entscheidende Rolle, weiß Friederike Habighorst-Klemm: „Wer sich regelmäßig mit anderen Menschen austauscht oder gemeinsam aktiv ist, bleibt aufmerksam und trainiert so seine Sprache und das Gedächtnis. Wir zählen Einsamkeit heute eindeutig zu den Risikofaktoren für den geistigen Abbau.“ Oft unterschätzt werden außerdem Hör- und Sehvermögen. „Wer schlechter hört oder sieht, erhält weniger Impulse aus seiner Umwelt und zieht sich oftmals zurück“, erklärt die Apothekerin den Zusammenhang. Zu den wichtigen Bausteinen der Gehirngesundheit gehört auch eine ausgewogene Ernährung mit gesunden Fetten, Eiweißlieferanten wie Fisch oder magerem Fleisch und Ballaststoffen. Besonders ältere Menschen sollten ihren Vitamin-B12-Spiegel überprüfen lassen. Ein Mangel kann Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen und neurologische Beschwerden verursachen und lässt sich häufig gut behandeln.
Doch nicht jede Vergesslichkeit ist harmlos. Wenn vertraute Tätigkeiten plötzlich nicht mehr gelingen, dieselben Fragen immer wieder gestellt werden oder Angehörige deutliche Veränderungen im Verhalten beobachten, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Je früher eine mögliche Demenzerkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich ihre Ursachen einordnen und Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen. „Die Apotheke vor Ort ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle bei Fragen rund um Gedächtnisschwäche“, sagt Habighorst-Klemm. „Wir beraten niedrigschwellig, erkennen mögliche Risiken und helfen dabei einzuschätzen, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Etliche Apotheken in Baden-Württemberg haben sich außerdem als sogenannte Demenz Partner-Apotheken qualifiziert und helfen Betroffenen und deren Angehörigen individuell weiter.“
Portrait:
Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. setzt sich für die unabhängige Beratung von Patienten, Gesundheitsprävention und die sichere Abgabe von Arzneimitteln ein. In Baden-Württemberg gibt es rund 2.300 öffentliche Apotheken. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner Mitglieder. Um das Wohl der Patienten kümmern sich im Land neben den approbierten Apothekerinnen und Apothekern auch rund 15.000 Fachangestellte, überwiegend Frauen, in Voll- oder Teilzeit. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 : 2015. Weitere Informationen unter www.apotheker.de Jetzt Fan werden: Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. auf www.facebook.de






