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Aus alt mach neu: Wie deutschsprachige Käufer historische italienische Steinhäuser modernisieren
02.12.2

Wenn deutschsprachige Käufer ein altes italienisches Steinhaus erwerben, beginnt damit fast immer ein längeres Renovierungsprojekt. Dabei zeichnen sich klare Trends ab, die das traditionelle Bild italienischer Renovierungen verändern – getragen von einer breiteren Sanierungswelle, die Italien seit Jahren erfasst.

 

Hintergrund: Italiens Sanierungswelle

 

Die energetische Gebäudesanierung hat in Italien hohe politische Priorität. Über Anreizprogramme wie den Superbonus und den Ökobonus floss ein Großteil der dafür vorgesehenen Mittel des Recovery Plans an Hausbesitzer.  Die Förderlandschaft ist breit gefächert: Neben dem Superbonus stellen Programme wie Ecobonus, Bonus Infissi und Bonus Ristrutturazione Steuergutschriften für Energieeffizienzmaßnahmen, Solarpanels, neue Fenster und Wärmepumpen bereit.  Auch wenn die Förderhöhen inzwischen reduziert wurden, bleibt der Modernisierungsdruck hoch – verstärkt durch die novellierte EU-Gebäuderichtlinie, die energieeffizientes Bauen und Sanieren EU-weit vorantreibt, ohne den einzelnen Wohngebäude-Eigentümer zu einer fixen Sanierungsfrist zu zwingen.

 

Trend 1: Trennung von Haupthaus und Nebengebäuden

 

Die Trennung von Hauptwohngebäude und Nebenräumen wird konsequenter umgesetzt. Statt aller Funktionen unter einem Dach entstehen Gästehäuser, freistehende Pool-Häuser oder ausgebaute Stallungen als zweite Einheit – auch mit Blick auf spätere Vermietungsoptionen. Diese modulare Logik hält das Haupthaus privat, schafft Flexibilität für Gäste oder mehrere Generationen und eröffnet die Möglichkeit, einzelne Einheiten unabhängig zu vermieten, ohne den eigenen Rückzugsraum aufzugeben.

 

Trend 2: Energieeffizienz als planerische Priorität

 

Energieeffizienz wird zur planerischen Priorität. Wärmepumpen, Photovoltaik und mechanische Lüftung gehören in über 60 Prozent der von Italicahomes begleiteten Projekte heute zum Standardumfang. Dabei wächst das Bewusstsein dafür, dass alte Steinhäuser bauphysikalisch eigene Gesetze haben: Dicke Mauern speichern Wärme und kühlen im Sommer, vertragen aber keine dampfdichten Dämmsysteme, die Feuchtigkeit einschließen. Erfolgreiche Projekte setzen deshalb auf diffusionsoffene Materialien und kombinieren moderne Technik behutsam mit der vorhandenen Substanz, statt sie zu überformen.

 

Förderung 2026: was nach dem Superbonus bleibt

 

Die Förderlandschaft hat sich gegenüber dem ausgelaufenen „Superbonus 110 %” deutlich verändert. Für 2026 gilt laut aktueller Übersicht: Der Bonus Ristrutturazioni liegt bei 50 Prozent für Erstwohnsitze (mit einer Obergrenze von 96.000 Euro je Einheit) und bei 36 Prozent für Zweitwohnsitze; ab 2027 sinken die Sätze auf 36 bzw. 30 Prozent. Beim Ecobonus beträgt der reguläre Satz 2026 30 Prozent und wird für die selbst genutzte Hauptwohnung auf 50 Prozent angehoben. Für deutschsprachige Käufer ist diese Unterscheidung entscheidend: Da ihre italienische Immobilie in aller Regel ein Zweitwohnsitz ist, greifen die niedrigeren Sätze – nicht die für Hauptwohnsitze reservierten 50 Prozent. Immerhin sind grundsätzlich alle einkommensteuerpflichtigen Personen mit oder ohne Erstwohnsitz in Italien antragsberechtigt. 

 

Trend 3: Mixed-Style statt Stilmuseum

 

Die Innengestaltung folgt zunehmend einer „Mixed-Style”-Linie. Statt der einst dominanten klassisch-rustikalen Ausstattung mit schweren Holzbalken und Terrakottafliesen kombinieren Eigentümer historische Bauelemente mit reduzierter, fast skandinavisch wirkender Inneneinrichtung. Sichtbar gelassene Steinwände stehen neben weißem Putz und schlichter Möblierung.

 

Außenraum, Wasser und Klima

 

Bei den Außenanlagen verschiebt sich der Fokus von Pool-Größe zu Außenraumqualität. Schattige Pergolen, Kräutergärten und Olivenhaine als pflegeleichte Grundbepflanzung – das Konzept folgt eher mediterraner Permakultur als englischem Gartenstil. Besonders der Wasserhaushalt gewinnt an Bedeutung, und das aus gutem Grund: Der Süden Italiens, darunter Sizilien mit der höchsten Dürre-Warnstufe, litt zuletzt unter erheblichem Wassermangel – das Auswärtige Amt warnte zeitweise sogar vor Reisen in betroffene Regionen. In Apulien gelten laut dem Landwirtschaftsverband Coldiretti 57 Prozent der Flächen als von Wüstenbildung bedroht. Zisternen, Tropfbewässerung und dürretolerante Bepflanzung sind vor diesem Hintergrund vom Nice-to-have zum Standard geworden. Für Begrünungsmaßnahmen steht mit dem Bonus Verde zudem eine eigene Förderung bereit. 

 

Was Käufer beachten sollten

 

Drei Punkte lohnen die frühe Klärung. Erstens der Förderstatus: Ob ein Vorhaben als Erst- oder Zweitwohnsitz gilt, entscheidet über die Höhe der Steuergutschrift erheblich. Zweitens der Denkmal- und Landschaftsschutz, der bei den charaktervollen Objekten, die deutschsprachige Käufer suchen, häufig greift und Materialien wie Eingriffe einschränkt. Drittens die Materialwahl: Kalkputz statt Zement, wiederverwendete Originalziegel und lokaler Naturstein passen bauphysikalisch zur alten Substanz und machen das Ergebnis authentischer – binden aber erfahrene regionale Handwerksbetriebe, die vielerorts über lange Wartelisten verfügen.

 

Beispielprojekte sowie eine große Auswahl an italienischen Immobilien finden Interessierte unter: https://www.italicahomes.com/de/properties

Portrait:

ItalicaHomes ist ein auf den internationalen Markt spezialisiertes Immobilienunternehmen mit Firmensitz in Pocking (Bayern) und einem Service-Büro in Massa (Toskana). Das Unternehmen wurde 1994 von Lenka Fridrich gegründet und vermittelt ausgewählte Häuser, Villen und Landsitze in Italien an Käufer aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Alle Objekte werden persönlich besichtigt und auf internationale Eignung geprüft. Der Service endet nicht mit der Schlüsselübergabe.

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