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Fraunhofer IGD zeigt neue Assistenztechnologien auf der DMEA
26.03.2026
Kontaktlose Vitaldatenerfassung für Pflege und Zuhause: KI-gestützte Sensorik ermöglicht kontaktlose Erfassung von Puls, Atmung und Aktivitätsmustern

Wie können digitale Technologien Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig ältere Menschen dabei unterstützen, länger selbstständig zu Hause zu leben? Antworten darauf zeigt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD auf der DMEA 2026, eines der in Europa führenden Events für Digital Health, in Berlin. Im Mittelpunkt stehen neue Entwicklungen zur kontaktlosen Vitaldatenerfassung sowie KI-basierte Assistenzsysteme für Pflege und Gesundheit.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die CareCam medical. Sie ermöglicht die berührungslose Erfassung von Vitalparametern wie Puls, Atemfrequenz, Herzratenvariabilität oder Bewegungsmustern mithilfe verschiedener Sensoren und KI-basierter Analyseverfahren. Die Sensorik kann modular am Aufrichter eines Pflege- oder Krankenhausbettes angebracht werden und ermöglicht so eine kontinuierliche Beobachtung, ohne zusätzliche Geräte direkt am Körper der Patientinnen und Patienten wie bei vielen klassischen Monitoringverfahren. Zum Einsatz kommen unter anderem kamerabasierte Systeme zur Analyse minimaler Hautfarbveränderungen, Tiefen- bzw. LiDAR-Sensorik zur Erfassung von Atembewegungen sowie Wärmebildsensorik zur Analyse von Oberflächentemperaturen. Ergänzend können Bewegungsmuster im Bett oder Aktivitätsveränderungen kontinuierlich erfasst werden.

Multisensorik und KI ermöglichen neue Formen des Monitorings

Die Sensordaten werden mithilfe von einer KI kontinuierlich ausgewertet. Dabei werden aus den einzelnen Messsignalen charakteristische Muster extrahiert und miteinander kombiniert. So lassen sich beispielsweise Veränderungen in Vitalparametern oder Aktivitätsmustern erkennen, die auf gesundheitliche Veränderungen hinweisen können."Kontaktlose Vitaldatenerfassung eröffnet neue Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung", sagt Dr.-Ing. Gerald Bieber vom Fraunhofer IGD. "Sie kann sowohl im häuslichen Umfeld als auch perspektivisch im Krankenhaus eingesetzt werden und Pflegekräfte mit zusätzlichen Informationen über den Zustand von Patientinnen und Patienten unterstützen."

Ein mögliches Einsatzszenario ist die Unterstützung von Pflegeprozessen. Digitale Assistenzsysteme können beispielsweise Aktivitätsmuster im Bett analysieren, Veränderungen der Atmung erkennen oder Hinweise auf gesundheitliche Auffälligkeiten geben. Diese Informationen können Pflegekräfte dabei unterstützen, Prioritäten im Arbeitsalltag zu setzen und schneller auf kritische Situationen zu reagieren.

Intelligente Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Ein Beispiel für die praktische Anwendung dieser Forschung ist das neu gestartete, ZIM-geförderte Projekt "SUSI - Smartes und sicheres KI-basiertes Assistenzsystem für unabhängige Senioren". Ziel des Projekts ist ein intelligentes Assistenzsystem für das häusliche Umfeld, das ältere Menschen im Alltag unterstützt und Veränderungen im Gesundheitszustand frühzeitig erkennen kann.

SUSI kombiniert verschiedene Sensoren mit Methoden der künstlichen Intelligenz und baut auf Technologien zur kontaktlosen Vitaldatenerfassung auf. Das System kann unter anderem Puls, Atmung oder Bewegungsmuster analysieren und daraus Trends im Gesundheitszustand ableiten. Ergänzend erinnert es an Medikamente oder Arzttermine und kann - wenn gewünscht - Angehörige informieren. Ziel ist es nicht, medizinische Diagnosen zu stellen, sondern Hinweise auf mögliche Veränderungen frühzeitig sichtbar zu machen.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Schutz der Privatsphäre. Die Auswertung der Sensordaten erfolgt grundsätzlich lokal auf dem Gerät. Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, welche Informationen weitergegeben werden. Langfristig könnten solche Technologien auch eine Brücke zwischen häuslicher Betreuung und klinischer Versorgung schlagen. Werden Gesundheitsdaten bereits im Alltag erfasst, könnten diese Informationen bei einem Krankenhausaufenthalt zusätzliche Hinweise zum Gesundheitsverlauf liefern und so medizinische Entscheidungen unterstützen.

Das Projekt SUSI wird gemeinsam mit der Deep Care GmbH und der Hochschule Offenburg umgesetzt. Während Deep Care eine modulare Hardwareplattform entwickelt, arbeitet die Hochschule Offenburg an benutzerfreundlichen Interaktionskonzepten und einem empathischen KI-Agenten. Das Fraunhofer IGD bringt seine Expertise in der kontaktlosen Vitaldatenerfassung sowie in der KI-gestützten Analyse von Gesundheitsdaten ein.

Wie diese Technologien in der Praxis eingesetzt werden können, zeigt Dr.-Ing. Gerald Bieber auch in einem Vortrag auf der DMEA. Unter dem Titel "CareCam medical - Kontaktlose Vitaldatenerfassung am Krankenbett" stellt er aktuelle Entwicklungen der CareCam-Technologie und deren Einsatzmöglichkeiten in Pflege und Krankenhaus vor.

Weiterführende Informationen

- Vortrag auf der DMEA 2026:CareCam medical - Kontaktlose Vitaldatenerfassung am Krankenbett

- Kongress-Session: Next Level Care- KI, Telepflege & Tools, die Alltag wirklich verändern

- Mittwoch, 22. April- 12:55-13:55 Uhr

- Stage 6.2 (Session K010)

- Referent:Dr.-Ing. Gerald Bieber /Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Weitere Informationen zur CareCam medical: https://www.igd.fraunhofer.de/de/produkte/gesundheit-und-pflege/carecam-medical.html

Weitere Informationen zu SUSI: https://www.igd.fraunhofer.de/de/forschung/oeffentliche-projekte/gesundheit-und-pflege/susi-ki-assistenz-fuer-ein-selbststaendiges-leben-im-alter.html

Alle Exponate des Fraunhofer IGD auf der DMEA 2026: https://www.igd.fraunhofer.de/de/veranstaltungen/dmea.html

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Fraunhofer IGD auf der DMEA 2026
21. April 2026 -23. April

Fraunhofer- Gemeinschaftsstand
Halle 2.2,Stand D-109
Portrait:

Über das Fraunhofer IGD: Seit 1987 setzt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD internationale Standards für angewandte Forschung im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Wir verwandeln Informationen in Bilder und Bilder in Informationen und unterstützen Industrie und Wirtschaft dabei, sich strategisch zu entwickeln. Stichworte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, Künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Rund 190 Forscherinnen und Forscher generieren an den drei Standorten Darmstadt, Rostock und Kiel neue technologische Anwendungslösungen und Prototypen für die Industrie 4.0, das digitale Gesundheitswesen und die "Smart City". Internationale Relevanz entfalten unsere Produkte durch die Zusammenarbeit mit dem Schwesterinstitut in Graz und Klagenfurt. Mithilfe unserer Matrixorganisation bedienen wir unsere Kundschaft aus den unterschiedlichsten Branchen mit relevanten technischen und wettbewerbsorientierten Leistungen. Hierfür haben wir branchenerfahrene, crossfunktionale Teams aus Expertinnen und Experten, die auch Planung, Leitung und Evaluation für alle Projektgrößen übernehmen.

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