Konjunkturbericht der Blechumformer: Fakten alarmieren
17.06.2025
"Wir brauchen sofort spürbare Maßnahmen"
Ein zarter Stimmungsbooster ist die mit dem Regierungswechsel verbundene Hoffnung auf eine Wirtschaftswende. "Diese Vorschusslorbeeren werden aber schnell aufgebraucht sein, wenn die Koalition nicht liefert", warnt Jacobs. "Wir brauchen sofort spürbare Maßnahmen." Denn die alarmierenden Fakten des IBU-Konjunkturberichts legen offen: Der Umsatz 2024 in der Branche insgesamt sank gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent, im Inland sogar um 14,5 Prozent. Auch der Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 macht Sorgen: 10,6 Prozent weniger Arbeitsplätze, 4 Prozent weniger Betriebe. Die Produktionsleistung in der Blechumformung verlor seit 2019 satte15,5 Prozent und liegt damit auf dem niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre.
Industriepolitik muss Unternehmen wieder wettbewerbsfähig machen
Erste positive Signale, auf die die Blechumformer nur zu gern bauen würden, sind da - aber noch viel zu schwach. Die Politik nimmt die riesigen Stolpersteine rund um Bürokratie, Steuern, Energie, Infrastruktur etc. scheinbar wahr. Jetzt ist Wegräumen angesagt: "Wir brauchen Taten in allen drückenden Bereichen, damit unsere Unternehmen wieder ihre Kraft entfalten können", fordert Bernhard Jacobs.
Portrait:
Der IBU in Hagen vertritt als Bundesverband circa 240 Mitgliedsunternehmen der blechumformenden Industrie und deren Zulieferer. Diese überwiegend aus mittelständischen Familienunternehmen bestehende Branche wird durch eine industrielle Fertigung für marktmächtige Kunden geprägt. Das Umsatzvolumen der Branche betrug im Jahr 2023 rund 24,39 Milliarden Euro bei 97.852 Beschäftigten. Die Verbandsmitglieder sind mehrheitlich Zulieferer der Automobil- und Elektronikindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Möbel- und Bauindustrie sowie der Medizintechnik.
Fotos: Industrieverband Blechumformung (IBU) - Abdruck honorarfrei - bitte nur mit Quellenangabe


