Motivationskrise am Arbeitsplatz: Warum Unternehmen dringend umdenken müssen
Philipp Faller, Experte für Angstbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung, sieht in den aktuellen Zahlen der Studie "Work Reimagined 2024" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young GmbH (EY) einen deutlichen Weckruf für Unternehmen. "Die Motivation am Arbeitsplatz befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Nicht einmal jede und jeder Zweite (48 Prozent) gibt an, im Job ihr oder sein Bestes zu geben. Das ist ein alarmierendes Signal, das Unternehmen nicht ignorieren dürfen", so Faller.
Hohe Unzufriedenheit führt zu erhöhter Fluktuation
Ein weiteres Problem ist die steigende Wechselbereitschaft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Laut der Studie von Ernst & Young GmbH denken 42 Prozent der Beschäftigten über einen Jobwechsel nach. "Menschen, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, nicht gefördert werden oder in einer toxischen Arbeitskultur feststecken, suchen nach Alternativen. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden langfristig halten wollen, müssen ihre interne Struktur hinterfragen", betont Faller.
Ein Hauptgrund für Unzufriedenheit sei schlechte Führung. "Viele Führungskräfte sind sich nicht bewusst, wie sehr ihr Verhalten die Leistung und Motivation der Belegschaft beeinflusst. Mangelnde Kommunikation, zu hohe Erwartungen ohne Unterstützung und fehlendes Vertrauen sind Gift für die Unternehmenskultur."
Home Office als entscheidender Faktor
Die Studie zeigt auch, dass das Thema Home Office nach wie vor eine große Rolle spielt. Ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) arbeitet ausschließlich von zuhause aus, weitere 36 Prozent mehrheitlich. Doch diese Arbeitsweise birgt Herausforderungen: 59 Prozent der Angestellten fühlen sich sozial isoliert, und 58 Prozent haben Schwierigkeiten, eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen.
"Hier zeigt sich eine zentrale Herausforderung für Unternehmen: Wie schafft man ein Arbeitsumfeld, das sowohl Flexibilität als auch soziale Verbundenheit fördert? Die Antwort liegt in einer klaren Kommunikation und individuell angepassten Lösungen", erklärt Faller. "Pauschale Regeln wie eine komplette Rückführung ins Büro sind genauso problematisch wie ein vollständiger Remote-Zwang. Unternehmen müssen lernen, flexibel zu sein und auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden einzugehen."
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