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Resilienzstärkung in Unternehmen
14.07.2023
Wenn Organisationen resilienter werden möchten, stehen die Entscheider:innen vor vielen Fragen: Wo und wie anfangen - bei individueller oder organisationaler Resilienz oder beides parallel? Ist es besser, erst einmal alle für das Thema zu sensibilisieren oder gleich mit einem Pilotprojekt durchzustarten? Wo liegen eigentlich genau die Herausforderungen, denen die Organisation künftig resilienter begegnen möchte? Was ist das Ziel? Und welche Maßnahmen führen dorthin? Wer muss intern und extern mit im Boot sein? Wer plant, koordiniert, begleitet die Maßnahmen? Trotz jahrzehntelanger Resilienzforschung bleibt Resilienzstärkung eine Herausforderung, denn es gibt immer unterschiedliche Lösungsansätze. Unternehmen müssen sich darauf einlassen, mit dieser "Qual der Wahl" umzugehen. Resilienzexpertin Prof. Dr. Jutta Heller erläutert die Gründe für die Komplexität und gibt Tipps, wie Unternehmen Resilienzstärkung angehen können: Herausforderung #1 - Unklare Ursachen Maßnahmen zur Resilienzstärkung müssen zu den Ursachen der Belastung passen - und diese sind höchst individuell: Leistungsansprüche (von außen oder selbst gesetzt), veränderte Arbeitsabläufe durch virtuelles Arbeiten, Sorgen um nahestehende Menschen und den Frieden, Stress durch Lieferengpässe oder Mehrarbeit durch Strategieänderungen, eine schwierige Teamkonstellation oder Angst um den Arbeitsplatz. Diese Faktoren tangieren uns als Individuen, beeinflussen unsere Begegnungen im privaten und beruflichen Kontext und können unsere Leistungsfähigkeit schwächen. Die Herausforderung: Belastungen sind meist multifaktorielle Situationen, die unterschiedliche Ansätze zur Resilienzstärkung erfordern. Herausforderung #2 - Ziele & Ressourceneinsatz Bei der Planung von Resilienzmaßnahmen spielt nicht nur das "Woher" eine Rolle, sondern auch das "Wohin". Um Zielkonflikte zu vermeiden, muss klar sein, auf welchem Parameter der Fokus liegen soll. Ein anschauliches Beispiel ist das magische Dreieck im Projektmanagement: Zeit, Kosten und Leistung sind die drei zentralen Dimensionen für den Projekterfolg. Wird an einer Ecke des magischen Dreiecks "gezogen", wirkt sich das unmittelbar auf die beiden anderen Ecken aus. Ähnlich ist es bei der Resilienzstärkung: Unternehmen müssen entscheiden, welche Ziele sie priorisieren und was sie dafür einsetzen können und wollen. Im Verständnis von Prof. Heller zielt Resilienzstärkung stets auf die Regulationskompetenz, in Krisen einerseits Stabilität und andererseits Flexibilität aufzubauen. Das bedeutet für ... -Individuen: Wenn Menschen destabilisiert werden, können sie sich innerlich umfokussieren, um sich wieder zu stabilisieren. Diese Strategie ist die Basis, um im Außen flexibel handlungsfähig und langfristig gesund zu bleiben. Relevant ist die eigene innere Bühne und das Mindset. -Teams: In Engpass-Situationen können sich Teams umorganisieren und gegenseitig unterstützen. Mit Mut zur Lücke richten sie den Fokus auf Kernaufgaben und schützen sich so vor Überlastung und Ausbrennen. Voraussetzungen sind Vertrauen, psychologische Sicherheit, Raum für Emotionen und konstruktives Lernen aus Fehlern. Führungskräfte setzen den Rahmen für die interaktionalen Prozesse, indem sie ermutigen oder/und Hindernisse beseitigen. -Organisationen: Sie können kritische Situationen abfedern und sich anpassen, um so ihre Ziele zu erreichen, zu überleben und zu wachsen. Wichtige Aspekte für resiliente Unternehmen sind die Wahrnehmung kleiner Abweichungen, frühzeitige Informationsweitergabe, Entscheidungskompetenzen, Aufbau von Redundanzen, Fokus auf Kernprodukte und Kernprozesse sowie eine Vertrauens- und Wertekultur. Herausforderung #3 - Die Auswirkungen Welche Auswirkungen einzelne Maßnahmen haben werden, lässt sich nur auf Basis von Erfahrungswerten prognostizieren - letztlich zeigt sich der Erfolg immer erst im Rückblick. Diese Unsicherheit bei der Auswahl der Maßnahmen gilt es auszuhalten. Fakt ist: Vorträge, Bücher, Videos und Podcasts sind gute Tools, um sich zu informieren und für das Thema Resilienz zu sensibilisieren. Resilienztrainings und Resilienzworkshops sind ebenfalls ein sehr sinnvoller praktischer Einstieg und ein erster Schritt zu mehr Resilienz - aber für nachhaltige Verhaltens- und Einstellungsveränderungen braucht es eigenes Tun und vor allem den Transfer in den Alltag. Organisationen benötigen darüber hinaus interne Unterstützer, um Veränderungen in Strukturen und Prozessen umzusetzen und voranzutreiben und so die organisationale Resilienz zu stärken. Hier sind Führungskräfte und Entsche
Portrait:

Über Prof. Dr. Jutta Heller | Nach über 30 Jahren als Beraterin, Trainerin, Rednerin und Autorin zählt Prof. Dr. Jutta Heller zu den führenden Expert:innen für individuelle und organisationale Resilienz. Sie begleitet Unternehmen, Führungskräfte und Teams bei der Umsetzung von Veränderungsmaßnahmen, unterstützt mit Resilienz-Coachings die "Stehauf-Qualitäten", hält Vorträge und leitet die Zertifikats-Ausbildung "Resilienzberatung". Die promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin studierte Politikwissenschaft und Erwachsenenbildung und war neben ihrer selbständigen Beratertätigkeit über zehn Jahre Professorin für Training & Business Coaching an der Hochschule für angewandtes Management, u.a. als Dekanin und Prodekanin.

Kontakt:
Jutta Heller - Resilienz für Unternehmen Neuwerk 4 90547 Stein bei Nürnberg 09 11/2786 1770 https://juttaheller.de/