Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit erlebt die Solarindustrie einen Boom sondergleichen. Die großen Unternehmen melden starke Zuwächse. Doch der Zubau an neuen Kapazitäten macht auch den Ausbau von Energiespeichern nötig. Ohne Vanadium wird es hier kaum gehen.
Die Solarindustrie befindet sich weltweit in einer neuen Boomphase. Die Lieferkettenprobleme, die während der vergangenen Jahre für sehr hohe Preise bei Modulen und Zellen sorgten, sind Vergangenheit. Die Industrie schaut wieder nach vorne und profitiert dabei vom Willen vor allem westlicher Regierungen, aber auch von stark wachsenden Ländern wie China und Indien, die aus der Sonne gewonnen Energie deutlich auszubauen.
Und so verwundert es nicht, dass es hier in diesem Jahr zu einer Wachablösung kommen könnte. So prognostiziert die Internationale Energieagentur IEA; dass 2023 erstmals mehr Geld in die Solarindustrie als in die Ölindustrie fließen wird. Dabei werden für den Solarbereich bis Ende Dezember rund 390 Mrd. US-Dollar an neuen Investments erwartet. Noch zehn Jahre zuvor lagen die Investments in der Ölindustrie mit mehr als 600 Mrd. US-Dollar viermal so hoch wie im Solarbereich.
Dazu kommt, dass sich bestimmte Förderprogramme erst jetzt entfalten werden. So investieren die USA im Rahmen des Inflation Reduction Act massiv in den Ausbau der Erneuerbaren Energien. So werden auf Bundesebene beispielsweise entsprechende Investments mit Steuergutschriften gefördert. Auch in China geht der Ausbau massiv weiter. Dort soll die neu installierte Kapazität in diesem Jahr allein über der gesamten Kapazität der USA liegen, wie Analysten schätzen.
Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien steigt auch die Bedeutung von Energiespeichern. Denn nicht immer wird der Strom gebraucht, wenn auch die Sonne scheint. Dementsprechend gewinnen insbesondere im Solarbereich, aber auch bei der Strominfrastruktur Vanadium Redox-Flow Batterien eine immer größere Bedeutung. Diese Energiespeicher überzeugen im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien durch ihre Langlebigkeit. Ihnen wird eine Betriebsdauer von 15 Jahren und mehr ohne Leistungsverlust unterstellt. Demensprechend eignen sie sich perfekt für Solar- oder Windparks.
Mit dem zunehmenden Einsatz dieser Batterien gewinnt auch der Rohstoff Vanadium an Bedeutung. Heute wird das Metall zu etwa 85 Prozent in der Stahlindustrie verwendet. Doch zunehmend gewinnt der Einsatz in Batterien oder auch im Flugzeugbau an Bedeutung. Die hohe Nachfrage wird bisher vor allem von China und Russland bedient, die laut US Geological Survey aktuell etwa 78 Prozent der globalen Produktion ausmachen.
Eine Alternative dazu ist Südafrika, der drittgrößte Produzent der Welt. Hier stehen die Weichen in Sachen Vanadium auf Wachstum. Denn mit Vanadium Resources schickt sich ein Unternehmen an, die nächste Vanadium-Mine am Kap zu bauen. Das australische Unternehmen entwickelt nämlich das Steelpoortdrift-Projekt nordöstlich von Johannesburg. Hierbei handelt es sich um eines der größten, in Entwicklung befindliche Vanadium-Vorkommen der Welt. Es liegt mitten im bekannten Bushveld Mining-Komplex, wo sich bereits aktive Vanadium-Minen befinden.
Vanadium Resources hat für Steelpoortdrift bereits eine endgültige Machbarkeitsstudie (DFS) vorgelegt. Sie bildet die Grundlage für den Bau der geplanten Mine. Der Net Present Value (NPV) des Projekts kommt auf 1,2 Mrd. US-Dollar. Insgesamt soll dort vorerst über 25 Jahre ein jährlicher Free Cashflow von 152 Mio. US-Dollar erwirtschaftet werden. Der IRR nach Steuern beträgt hohe 42 Prozent. Bei den Produktionskosten wird mit 3,24 US-Dollar je Pfund Vanadiumpentoxid (V2O5) gerechnet. Die Berater von Deloitte erwarten, dass der Marktpreis in den kommenden Jahren bei durchschnittlich 9,50 US-Dollar je Pfund liegen werde.
Die Investitionskosten in Höhe von 211 Mio. US-Dollar zum Bau der Mine will Vanadium Resources über einen Kredit sowie eine Abnahmevereinbarung finanzieren - sei es durch ein Equity-Investment oder durch eine Vorabzahlung. Hierbei befindet man sich auf der Zielgeraden. So hat das Unternehmen im Mai gemeldet, dass Matrix Resources einsteigt. Der neue Großaktionär erwarb 9,99 Prozent der Aktien von Vanadium Resources und zahlte dafür 5,91 Mio. Australische Dollar. Das entspricht einem Aufschlag auf den damaligen Aktienkurs von rund 40 Prozent (0,11 AUD). Die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen zielt aber auch auf das Vorkommen. Demnach kann Matrix Resources zeitlich befristet und exklusiv mit Vanadium Resources über eine Abnahmevereinbarung, ein sogenanntes Off-Take, verhandeln. Konkret möchte sich der neue Aktionär 40 Prozent des Materials aus der geplanten Minenproduktion (Phase I) für einen Zeitraum von zehn Jahren sichern. Somit ist in den kommenden Wochen und Monaten für genug Newsflow bei Vanadium Resources gesorgt. Aktuell wird das Unternehmen an der Börse lediglich mit rund
Dr. Reuter Investor Relations - Wachstum der Solarindustrie: Ohne Speicher geht es nicht!
11.07.2023

