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Mobilitätsverband: E-Mobility - Fuhrparkbetreiber auf dem Weg
25.05.2023
Karlsruhe/Ettlingen, im Mai 2023. Wer sich derzeit mit der Elektrifizierung seines Fuhrparks auseinandersetzt, der war bei der zweitägigen Fachtagung des Bundesverbandes Betriebliche Mobilität e. V. (BBM) genau richtig. "In Ettlingen kamen Praktiker und Experten für die verschiedensten relevanten Teilbereiche zusammen. Ziel war es herauszuarbeiten, was große und kleine Fuhrparkbetreiber beachten müssen und was man durch Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen voneinander lernen kann", sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer des BBM. So konnten die Teilnehmenden fundierten Rat einholen sowie Werkzeuge und Lösungswege kennenlernen. Die Tagung fand in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband emobilität e. V. (BEM), Electrive.net, der NOW GmbH und der Kanzlei Voigt statt. Ein Umdenken und ein Mobilitätswandel sind notwendig, da ist man sich einig. Und auch, dass die Elektromobilität ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist. "Der Verkehr verursacht rund 20 Prozent der Emissionen und bietet somit einen wichtigen Hebel zum Ziel einer klimaneutralen Gesellschaft", so Charlotte Ojala von der NOW GmbH. Bis 2030 - so das Sektorenziel Verkehr - soll es 15 Millionen reinbatterieelektrische Pkw auf Deutschlands Straßen geben. "Von heute einer Million Fahrzeuge ist das ein steiles Ziel - aber Deutschland soll zum Leitmarkt für Elektromobilität werden und hat das Potenzial dazu", so Ojala. Die ausgebuchte Veranstaltung im Barockschloss Ettlingen machte deutlich, dass sich Unternehmen jeder Größenordnung nicht erst seit heute mit dem Thema beschäftigen. Was treibt die Unternehmen an und welche Hürden gibt es, die E-Mobilität einzuführen? Bremser und Treiber Im Workshop wurde klar, dass die Firmen auf Nachhaltigkeit und CO2-Senkung setzen, aber natürlich auch die gesetzlichen Vorgaben im Blick haben. Das Verbrenner-Aus vor Augen wäre es fahrlässig, sich nicht mit Alternativen zu beschäftigen. Außerdem ist eine Strategie, die auf Nachhaltigkeit setzt, nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für das Image und die Arbeitgeberattraktivität. Elektromobilität sei aber nicht nur eine Investition in die Zukunft, auch Kostenargumente werden angeführt, denn Unternehmen profitierten durch reduzierte Verbrauchskosten und seit einiger Zeit von den Fördermaßnahmen des Bundes. Und für Mitarbeitende ist ein reduzierter geldwerter Vorteil zu versteuern. Bedenken erzeugen die noch zu schwach ausgebaute Ladeinfrastruktur, eingeschränkte Reichweiten, lange Lieferzeiten, ein zu geringes Fahrzeugangebot und die Kosten nach dem Stopp der Förderungen für Unternehmen ab September. Auch der administrative Aufwand wird als zu hoch bezeichnet, ganz abgesehen davon, dass es nach wie vor viele Mitarbeitende gibt, die Vorurteile haben oder Elektrofahrzeuge grundsätzlich ablehnen, zum Beispiel weil die Modelle die privaten Anforderungen nicht erfüllen. Im Praxistalk berichteten Fuhrpark- und Mobilitätsverantwortliche von ihren konkreten Erfahrungen und diskutierten kritische Aspekte der Elektromobilität. Moderator Peter Schwierz, Chefredakteur vom Online-Dienst "electrive.net", fragte die Diskutanten nach den Pain-Points und Glücksmomenten. Förderungsverweigerung bremst, aber hält nicht ab Glücksmomente griff Heinrich Coenen von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gerne auf. Er arbeitet bereits seit fast zehn Jahren an der Umsetzung und ist sehr zufrieden, denn er hat eine hohe Elektrifizierungsquote erreicht. Bis 2030 wird sein Unternehmen die gesamte Flotte umgestellt und keine Verbrenner mehr im Portfolio haben, so der Plan. "Wenn es funktioniert und die Ergebnisse alle überzeugen - das macht Spaß", so Coenen. Faszinierend fanden die Diskutanten, wie viel möglich ist und welche innovativen Wege offenstehen. Beispielsweise werden Konzepte wie "Vehicle-to-Grid" (V2G) und "Vehicle-to-Industry" (V2I), die sich auf die Nutzung von Elektrofahrzeugen als Stromspeicher beziehen, in Unternehmen eingesetzt oder sind geplant. Schwierigkeiten gibt es derzeit immer wieder mit Zulieferern und der mangelnden Verlässlichkeit von Lieferterminen. Auch Hersteller wie Tesla wurden kritisiert, da der gesamte Kaufprozess auf Privatkunden ausgerichtet ist und auch die Serviceangebote überwiegend nicht zu gewerblichen Fuhrparkkunden passen. Die Kritik beginnt bei Bestellprozessen, geht über Lieferprozesse und die eigentliche Fahrzeugübergabe bis hin zu nicht gelösten Anforderungen der gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Einige BBM-Mitglieder berichteten, dass sie Tesla aus diesen Gründen auslisten oder ausgelistet haben. Und auch die Entwicklung der Energiekosten ist bei den meisten Unternehmen Thema Nummer Eins mit
Portrait:

Der Bundesverband Betriebliche Mobilität wurde im Oktober 2010 als Bundesverband Fuhrparkmanagement und Initiative von Fuhrparkverantwortlichen gegründet. Über die Jahre hat sich das Themenspektrum und die Ausrichtung verändert, sodass auch der Name im Mai 2022 in BBM geändert wurde. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder, die Fuhrparks zwischen 5 und 50.000 Fahrzeugen betreiben und stellt seine Expertise für betriebliche Mobilität bereit. Mitglieder sind unter anderem Unternehmen wie Axel Springer Services & Immobilien GmbH, ING Diba, KPMG AG, CANCOM IT, KAEFER SE & CO. KG, SEG Sparkassen Einkaufs-Gesellschaft mbH, SAP, Boehringer Ingelheim, Deutsche Bahn Fuhrparkservice oder Stadtwerke Heidelberg Netze GmbH. Der Verband ist Mitbegründer und Mitglied der FMFE Fleet and Mobility Management Federation Europe. Vorstandsmitglieder des Verbandes sind Marc-Oliver Prinzing (Vorsitzender), Dieter Grün (stv. Vorsitzender, Fuhrparkleiter Stadtwerke Heidelberg Netze), Melanie Schmahl (stv. Vorsitzende, Leiterin Fleetmanagement und Passenger Transport, Boehringer Ingelheim) und Claudia Westphal (stv. Vorsitzende, Fuhrparkleiterin Beiersdorf AG). Geschäftsführer ist Axel Schäfer. Sitz des Verbandes und der Geschäftsstelle ist Mannheim.

Kontakt:
Bundesverband Betriebliche Mobilität e.V. Am Oberen Luisenpark 22 68165 Mannheim 0621-76 21 63 53 https://www.mobilitaetsverband.de