Wenn wir einem Beruf nachgehen wollen, müssen wir zuerst eine Ausbildung erfolgreich abschließen. Fürs Autofahren brauchen wir einen Führerschein, für den Hausbau oder die Hundezucht eine behördliche Genehmigung - nur Mutter oder Vater darf man ohne Lizenz werden. Natürlich soll hier nicht dafür geworben werden, dass man einen "Elternführerschein" machen muss, bevor man Kinder bekommt. Aber etwas mehr Verständnis dafür, was Kindern gut tut und was ihre kleinen Seelen dringend brauchen, wäre oft wünschenswert. Dabei meinen es die allermeisten Eltern wirklich gut mit ihrem Nachwuchs. Das ist auch Nadine Dzolic bewusst, die sich mit der kindlichen Psyche auseinandergesetzt hat. Die Kinderbuchautorin und Flümer® Coach hilft Eltern, Erziehern und Kindern, mit den emotionalen Herausforderungen des Alltags besser fertig zu werden.
"Als Erwachsene sind wir oft hilflos, wenn wir mit kindlichen Gefühlen konfrontiert werden", weiß Nadine Dzolic. Egal, ob das Kind ängstlich oder draufgängerisch ist, viel zu schüchtern oder zu oft Wutanfälle bekommt, als Erwachsene sind wir manchmal gezwungen, sofort zu reagieren. "Man will das Richtige und macht oft das Falsche", so Nadine Dzolic. Denn häufig wissen wir gar nicht, was in solchen Situationen das Beste für die Kinder ist. Und Kinder können noch nicht sagen, was ihnen Unbehagen verschafft.
Für sie alle hat die Wilhermsdorferin einen wunderbaren Weg gefunden. Er hilft Kindern, ihre Gefühle auszudrücken, und Erwachsenen, die kindlichen Emotionen zu verstehen. Es geht um kleine, niedliche Wesen, die den Gefühlen ein Gesicht verleihen: die Flümer®. Sie visualisieren Angst, Schmerz, Liebe, Trauer, Freude, Wut und viele andere kindliche Gefühle auf spielerische Art. Sie helfen damit Kindern, deren Gefühlswelt noch nicht durch Regeln, Glaubenssätze und Bewertungen begrenzt ist.
Selbstverständlich sind die Flümer nicht nur eine nette Spielerei, sondern haben einen ernsthaften Hintergrund. "All mein Wissen, auf dem die Flümer basieren, entstammt der Trauma- und Psychotherapie, der Neurobiologie, der Polyvagaltheorie und nicht zuletzt meiner eigenen Selbstheilung", erzählt Nadine Dzolic. Die Flümer basieren also auf zahlreichen Erkenntnissen und Erfahrungen. Mit ihrer Hilfe ist es uns möglich, unser Unterbewusstsein spielerisch zu beeinflussen, um wahre Veränderungen unserer Gedanken und Handlungen zu bewirken.
Erinnerungen an die eigene Kinderzeit bestimmen unseren Umgang mit den Kleinsten
Aufgrund ihrer eigenen Kindheitserfahrungen war Nadine Dzolic bewusst, dass es Erwachsenen oft schwerfällt, das Richtige zu tun. "Wir sind als Kinder selbst auf bestimmte Weise von Eltern und Lehrern behandelt worden. Wir erinnern uns zwar an unsere kindlichen Ohnmachtsgefühle, aber wenn wir selbst als Erwachsene mit Kindern konfrontiert sind, geben wir oft unbewusst das weiter, was wir selbst erlebt haben."
Wir haben es einfach nicht gelernt, mit den teils heftigen Emotionen unserer Kinder umzugehen. "Als Kinder waren wir gezwungen, unsere Ängste, Wut oder Ohnmachtsgefühle zu verdrängen. Uns wurde beigebracht, wie wir zu fühlen haben und wie man sich angemessen verhält. Wutausbrüche wurden nicht geduldet, und einen guten Eindruck haben wir oft nur dann hinterlassen, wenn wir besonders lieb und artig waren."
So oder ähnlich wurden viele heutige Erwachsene erzogen. Fast alle wuchsen auf in dem Bewusstsein, dass sie zu funktionieren haben - und da waren heftige Gefühlsausbrüche jeglicher Art hinderlich und unerwünscht. Also haben viele von uns in der Kindheit die eigenen Gefühle ambivalent wahrgenommen: Es gab positive und negative Gefühle. Die schlechten galt es zu unterdrücken, damit man als Kind bei den Erwachsenen gut angesehen war und keine Strafen zu befürchten hatte.
Spielerisch mit Kindern umgehen und ihre Gefühle ernst nehmen: Die Flümer helfen
Damit aber aus Kindern psychisch gesunde Erwachsene werden können, gehört mehr dazu, als einfach nur die weniger schönen Emotionen wegzudrücken. Natürlich ist es nicht immer angenehm, wenn man als Mutter mitten in der Öffentlichkeit dem Wutanfall des eigenen Kindes begegnen muss. Oder wenn man im Freundeskreis zugeben muss, dass der eigene Sohn ein kleiner Angsthase ist oder nicht zu übersehen ist, dass die Tochter sich mal wieder danebenbenimmt. Das ist allerdings auch alles Ansichtssache, denn diese Dinge gehören zum Großwerden dazu. Wenn man sich als Kind seinen eigenen Gefühlen nicht stellen und sie nicht benennen darf, kann das zu emotionalen Schwierigkeiten im Erwachsenenalter
Neben ihrer Tätigkeit als Kinderbuchautorin leitet Nadine Dzolic auch Workshops für Familien, Schulen und Kindertageseinrichtungen. Sie begleitet in persönlichen Coachings und bildet seit Juli 2021 sogar aus. Ihr Ziel ist es, den Umgang mit Gefühlen und Emotionen nachhaltig zu verändern. Viele Coaches, Therapeuten und Pädagogen, u.a. aus Erlangen, Nürnberg und Herzogenaurach folgen bereits ihrer Vision und haben sich von ihr zum zertifizierten Flümer® Coach ausbilden lassen. "Erst dann, wenn wir etwas an der Hand haben, das den Umgang mit kindlichen Gefühlen spielerisch leicht macht, kann es uns gelingen, unsere verstaubten Verhaltens- und Reaktionsmuster zu durchbrechen. Erst dann sind wir in der Lage, sowohl auf die Gefühle unserer Kinder, als auch auf unsere eigenen, liebevoll und wertschätzend zu reagieren."

