Lichttherapie - neue Möglichkeiten gegen Hauterkrankungen
Für den Vitamin-D-Haushalt und für die psychische Gesundheit ist Tageslicht unabdingbar. Doch kann Licht darüber hinaus auch gezielt für therapeutische Zwecke eingesetzt werden - zum Beispiel bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis oder auch bei der Behandlung von weißem Hautkrebs. Je nach Krankheitsbild bietet sich eher eine photodynamische Therapie mit sichtbarem Licht oder eine Bestrahlung mit UV-Licht an. Unternehmen wie Biofrontera (ISIN: US09077D1000) sind erfolgreich bei der Entwicklung der benötigten lichtsensiblen Wirkstoffe und Leuchten und forschen bereits daran, für welche weiteren Indikationen eine Lichttherapie sinnvoll sein kann.
So funktioniert die photodynamische Therapie
Die photodynamische Therapie (PDT) ist eine vergleichsweise schonende Therapiemöglichkeit bei der Behandlung von Tumoren und kann eine sehr effektive und nebenwirkungsarme Alternative zum invasiven Eingriff sein. Bei einer PDT können die kranken Hautzellen gezielt zerstört und das gesunde Gewebe geschont werden. Für diese Behandlung werden die betroffenen Stellen zuerst mit einem photosensibilisierenden Wirkstoff behandelt, der die Reaktion in Verbindung mit der Lichtbestrahlung hervorruft. Bei betroffenen Stellen an der Hautoberfläche kann das zum Beispiel ein Gel sein, das auf Tageslicht oder künstliches Licht in bestimmter Wellenlänge reagiert. Bei der Behandlung von Tumoren an inneren Organen kommen auch Lichtleitfasern zum Einsatz, die dann per Laser bestrahlt werden.
Als Lichtsensibilisator kommen vor allem Methyl-5-amino-4-oxopentanoat (MAOP) wie in Metvix® von Galderma (ISIN: NET000GALD01) und Cremes mit Aminolävulinsäure (ALA) wie Ameluz® von Biofrontera zum Einsatz. Werden diese Arzneimittel auf die betroffenen Stellen aufgetragenen, führt der Wirkstoff zur Bildung von Protoporphyrin IX, einer Vorstufe des körpereigenen Stoffs Häm. Protoporphyrin IX reichert sich dabei vornehmlich in den erkrankten Zellen an, ist photoaktiv, und verursacht unter dem Einfluss von Licht geeigneter Wellenlängen die Bildung von reaktivem Sauerstoff (photodynamischer Effekt), der dafür sorgt, dass die Zielzellen absterben.
Das Spektrum der bei der PDT verwendeten Lampen liegt im starken roten Kaltlicht-Bereich bei einer mittleren Wellenlänge von ca. 635 nm. Ebenso kann bei geeigneter Indikation auch eine Belichtung mit natürlichem Tageslicht erfolgen. Der Vorteil einer PDT liegt in der hohen Wirksamkeit und darin, dass keine Narben auf der Haut zurückbleiben.
Die Hauptanwendung der photodynamischen Therapie liegt in der Behandlung von dermato-onkologischen Erkrankungen, die sich nicht tiefer als 2 Millimeter unter die Oberfläche erstrecken, wie Präkanzerosen und nicht-melanozytären Hauttumore wie aktinische Keratosen oder das nicht-aggressive Basalzellkarzinom. Doch ist das Potential noch längst nicht ausgeschöpft: Biofrontera forscht und arbeitet aktuell an der Zulassung seines Lichtsensibilisators Ameluz für die Behandlung von weiteren Hauterkrankungen, denn Studien zeigen, dass diese Art der PDT auch bei z.B. Akne und zur Wundheilung eingesetzt werden kann.
Therapie mit UV-Licht gegen Neurodermitis und Schuppenflechte
Doch nicht nur Rotlicht, sondern auch UV-Licht wird erfolgreich zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt. Bei der sogenannten PUVA-Therapie wird vor der Bestrahlung mit langwelligem UVA-Licht ein Lichtsensibilisator (Psoralen, häufig 8-Methoxypsoralen) auf die betroffenen Stellen als Creme aufgetragen oder - wenn der gesamte Körper bestrahlt wird - in Tablettenform eingenommen. Der Wirkstoff 8-Methoxypsoralen wird unter anderem von der Merck KGaG (ISIN: DE0006599905) und Sigma-Aldrich (ISIN: US8265521018) angeboten. Mit der PUVA-Therapie können zum Beispiel Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis) wirksam behandelt werden. Darüber hinaus gibt es die Schmalband-UVB-Lichttherapie, bei der UV-Licht in einer Wellenlänge 311 - 313 nm genutzt, um das Risiko für Nebenwirkungen zu senken.
Führende Hersteller für medizinische Leuchten zur Lichttherapie und dermatologischen Behandlung sind neben Biofrontera unter anderem das Schweizer Unternehmen Zepter International mit der Bioptron AG, Osram (ISIN: DE000LED4000), Signify (ehemals Philips Lighting, ISIN: NL0011821392), die Northern Light Technologies Corporation. oder SemiLEDs Corporation (ISIN: US8166452040). Da sich sowohl die Anwendungsbereiche für den Licht-Einsatz in der Dermatologie perspektivisch um weitere Indikationen erweitern als auch der Bedarf an Tageslichtleuchten in Privathaushalten steigt, kann es sich für Anleger lohnen, diesen Sektor im Blick zu behalten.
Quellen
www.biofrontera.com/de/about-us/expertise
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Dr. Reuter IR zu Biofrontera: Lichttherapie im Einsatz gegen Hauterkrankungen
28.04.2022
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Dr. Eva Reuter
Friedrich Ebert Anlage 35-37
60327 Frankfurt
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