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Prinzipien der Aktienselektion (Teil 3) - Welche Branchen kaufen in der Stagflation?
26.10.2021

Im 1. Teil dieses Themenblocks haben wir die Einteilung der Märkte in Wachstum- und Substanzwerte, sowie in zyklische vs. defensive Werte dargestellt. Außerdem haben wir Compounder und dir ESG-Anomalie kennengelernt.

Nun wenden wir uns dem Thema zu, wie wir in der Stagflation investieren!', erläutert Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg.

Sektor Rotation und investieren in der Stagflation!

‚Zuerst zur Sektor Rotation: eine Sektor Rotation ist ein Wechsel der sog. ‚Führerschaft' am Aktienmarkt - also ein Tausch der favorisierten Branchen oder Sektoren! Im Jahr 2020 zeigte sich die Sektor Rotation dadurch, dass sich gerade jene Branchen gut entwickelten, die zuletzt besonders stark unter den Folgen der Pandemie und ihrer Bekämpfung gelitten hatten.

Nach der Korrektur im 1. Quartal 2020 waren beispielsweise Technologie-, Pharma- und digitale Konsumgüterunternehmen deutlich beliebter als Ausrüstungs-, Versorgungs- und Dienstleistungsanbieter.

Mit der wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 wurden dann wieder verstärkt Substanzwerten und zyklischen Aktien nachgefragt. So zogen beispielsweise die Kurse von Fluggesellschaften, Energie-, und Ölkonzernen sowie Banken besonders stark an. Selbst unter den Technologiewerten erholten sich zyklischere Anbieter wie Halbleiter- oder Komponentenfertiger stärker als jene typischen Krisengewinner aus dem Vorjahr.

Angesichts des aufgezogenen Stagflationsgespensts können Investoren nun bei jenen Sektoren oder Titeln Gewinne mitnehmen, die zu den Krisengewinnern gezählt haben, weil ihre Geschäftsmodelle auch im Lockdown sehr gefragt waren und prosperierten!', stellt Finanzexperte Stefan Kühn von der Musical and More, Duisburg, fest.

In welche Sektoren sollte man jetzt investieren?

‚Die Stagflation ist die Kombination von steigender Inflation und sich abschwächendem Wirtschaftswachstum. Durch Verbindung der vorbeschriebenen Charakteristiken mit den ökonomischen Ausprägungen lassen sich die einzelnen Branchen gut identifizieren und zuordnen.

So finden sich z.B. alle zyklischen Werte auf der ‚Verkaufsliste' (z.B. Luftfahrt, Baustoffe, Chemikalien, Rohstoffe, etc.). Gewinner sind hingegen diejenigen Sektoren, die von steigenden Zinsen profitieren, z.B. Banken. Aber Achtung: nicht alle Finanzdienstleister profitieren von steigenden Zinsen. Lebensversicherer leiden aufgrund ihrer enormen Rentenportfolios unter dem Zinsanstieg, bevor die höheren Renditen wieder Ertrag bringen.

Logisch ist auch die Anlage in die Verursacher der Inflation, also Öl- und Gasunternehmen!

Sogenannte ‚sichere' Werte sind Aktien aus dem Bereich der defensiven Wachstumswerte (gehobenen Konsum (Luxusgüter), Pharmaka, Medizinaltechnik, etc.). Dies deshalb, weil auch steigende Preise oder Zinsen die Gewinnmarge nicht groß beeinflussen resp. die Preise weitergegeben werden können! So wird sich eine junge, wohlhabende chinesische Karrierefrau die französische Luxustasche (und den Champagner) dazu auch leisten, wenn der Preis steigt!

Zyklische Wachstumswerte (Halbleiter- und Chipproduzenten, etc.) sind hingegen typischerweise gefährdet, weil die Nachfrage einbrechen könnte, was aufgrund des hohen Fixkostenblocks in einer kapitalintensiven Industrie zu einem überproportional stark Gewinneinbruch führt (im Aufschwung ist der Effekt dann natürlich gegenteilig!).

Nota bene: Die Compounder rentieren hingegen ‚still und leise' vor sich hin!', fasst Finanzprofi Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg, zusammen.


Achtung auf Stolperfallen!
‚Allerdings muss auch hier immer auf spezifische Entwicklungen geachtet werden. So befindet sich die Halbleiterbranche - als klassischer zyklischer Wachstumssektor - aufgrund der Digitalisierung und der bestehenden Knappheit an Chips in einer positiven Sonderkonjunktur!
Da die Digitalisierung ein ‚Megatrend' ist (wir haben berichtet!), könnte sich die Halbleiterbranche hin zur Charakteristik nicht zyklischer Wachstumswerte entwickeln. Das müssen wir im Auge behalten!

Eine andere Falle lauert im Bereich der Versorgungswerte. Haben diese Unternehmen langfristige Lieferverträge abgeschlossen und können sie die gestiegenen Preise teilweise oder ganz umwälzen, sind das sehr stabile und ertragreiche Unternehmen.

Falls die Lieferverträge kurzfristig sind und die Kosten nicht überwälzt werden, dann ist das böse Ende abzusehen! Sie sehen, der Markt und die U

Portrait:

Stefan Kühn ist Ökonom; er befasst sich seit einigen Jahren mit den volkswirtschaftlichen Veränderungen und der Interdependenz der Märkte sowie der politischen Einflussnahme in Bezug auf Unternehmen, Gesellschaft und den Geldmarkt. Er vertritt die These, dass es sich bei makroökonomischen keynesianischen und neu-keynesianischen Modellen meistens um vollständig interdependente ökonomische Systeme handelt, die nicht rekursiv, sondern nur simultan gelöst werden können. Dabei betrachtet er nicht allein rein wissenschaftliche Methoden, sondern bezieht seine Erkenntnisse aus seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmer und Consultant des Managements überwiegend börsennotierter Unternehmen wie der Autark Entertainment Beteiligungsholding, Musical & More AG, Autark Entertainment AG, u.a "Sie können diese Pressemitteilung - auch in geänderter oder gekürzter Form - mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden."

Kontakt:
SK Presseabteilung Herr Stefan Kühn Friedrich-Ebert-Str. 51 47179 Duisburg fon ..: 0800 40 40 699 web ..: http://www.stefan-kühn.com email : consulting@stefan-kühn.com