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Stefan Kühn: Einzigartige Umbruchssituation in der Automobilbranche! Teil 2
28.08.2021

Vier davon möchten wir Ihnen exemplarisch vorstellen, erklärt Stefan Kühn.
4 Strategien zum Wachstum - EBITDA als betriebswirtschaftliche Schlüsselgrösse

"Besonders bemerkenswert ist dabei, dass es nicht etwa nur einen einzigen Weg in Richtung Wandel und Wachstum gibt. Zentral ist allen Strategien, dass sie den Einfluss auf den EBITD berechnen wollen. EBITDA ist ein zentraler Begriff in der Betriebswirtschaft.

Als betriebswirtschaftliche Kennzahl beschreibt das EBITDA die Rentabilität von Unternehmen. Die Abkürzung steht für earnings before interest, taxes, depreciation and amortization, also für den Gewinn vor Abzug von Zinsen, Steuern, von Abschreibungen für Sachanlagen sowie von Abschreibungen für immaterielle Vermögensgegenstände. Damit bezeichnet das EBITDA die operative Leistungsfähigkeit vor dem Abzug von Investitionsaufwendungen. Diese Kennziffer erlaubt somit eine Fundamentalanalyse der Rentabilität eines Unternehmens bzw. der Rentabilität eines Investments. Aus der kapitalmarktorientierten Analyse ist das EBITDA nicht wegzudenken, da die Kennziffer das Ergebnis der Geschäftstätigkeit darstellt, bevor die Zinsen, die Steuern und Abschreibungen berücksichtigt werden. Die Unterscheidung der Abschreibungen nach depriciation, also der Abzüge für Alter und Abnutzung von materiellen Gegenständen, wie zum Beispiel Maschinen und Ausrüstungen, und Amortisation, die Abschreibungen von Vermögenswerten, wie zum Beispiel von Patenten, ist dem angelsächsischen Einfluss geschuldet. Wurde das EBITDA zunächst von jungen Unternehmen propagiert, die naturgemäß noch nicht auf einen Netto-Gewinn verweisen konnten, gilt die Kennzahl heute als Aussage zur Verfassung des jeweiligen Unternehmens: Kann ein positiver Wert verbucht werden, wird quasi eine Gewinnschwelle aus dem operativen Geschäft bestätigt. Allerdings kann noch keine fundierte Aussage über die nachhaltige Stabilität oder Leistungsfähigkeit eines Unternehmens abgelesen werden, da die zur Erhaltung des Anlagevermögens notwendigen Investitionen noch nicht berücksichtigt wurden. Diese sind in unterschiedlichem Maße notwendig, je nachdem ob das Unternehmen besonders intensiv auf Maschinen und Anlagen oder auf Software angewiesen ist. Je mehr hier nachinvestiert werden muss, desto niedriger fallen die Ertragskraft oder der Cashflow aus.)

Schauen wir uns nun die Ergebnisse der jeweiligen strategischen Aufstellung für einen europäischen Hersteller an. Er ist in 3 von 4 projizierten Fälle deutlich positiv. Als Eckdaten wurde dabei ein Umsatz von 60 Milliarden Euro im Jahr und eine EBDITA-Marge von 25% angenommen.

Szenario 1

Das Szenario 1 (Data und Mobility Manager) ist für OEMs das lukrativste. Hier hat sich Automotive 4.0 durchgesetzt, die OEMs dominieren mit ihren Premium-Produkten den Markt - entsprechend dem Vorbild von Apple im Bereich der Smartphones samt der "Ökosysteme" für digitale Dienste. In diesem Szenario erzielt der OEM bis 2025 eine erhebliche Steigerung des EBITDA von +91% gegenüber 2015.

Szenario 2

Auch im Szenario 2 (Stagnation) fährt der OEM alles andere als schlecht (EBITDA +62%): Autonomes Fahren und E-Mobilität verzögern sich, etwa durch Lobbyismus und/oder Image-schädliche Unfälle (wie wir es im Moment bei Tesla erleben) oder andere Vorfälle, welche die Akzeptanz der Technologie in der Öffentlichkeit behindern. Alles bleibt also für die Industrie vorläufig beim Alten, inklusive der attraktiven Wachstumschancen z.B. in asiatischen Märkten.

Szenario 3

Und selbst im Szenario 3 (Platform Provider), dem "Foxconn"-Modell (Foxconn ist einer der weltweit größten Hersteller von Elektronik- und Computerteilen. Als Auftragsherstellerproduziert das Unternehmen unter anderem für Hewlett-Packard, Dell, Apple, Nintendo, Microsoft und Sony. Der Konzern produziert bzw. produzierte im Auftrag die Spielekonsolen Nintendo DS, Wii, Xbox 360 und PlayStation.

Foxconn gilt außerdem als Hauslieferant für Intel. Etwa 75 % der unter dem Namen Intel verkauften Mainboards werden von Foxconn gefertigt. Mit 42 Millionen verkauften Mainboards und mehr als 52 Millionen PC-Gehäusen im Jahr 2005 ist Foxconn Weltmarktführer. Weltweit ist Foxconn Nr.-1-Hersteller von Prozessorsockeln, Nr.-5-Hersteller von Konnektoren und Nr.-2-Hersteller von Kühlkörpern mit 25 % Marktanteil. 2016 erzielte Foxconn 135 Milliarden US-Dollar Umsatz. Damit ist es das größte privat geführte, produzierende Unternehmen aus Taiwan. Gleichzeitig ist Foxconn der größte Exporteur Chinas mit den höchsten ausgelieferten Stückzahlen) erreicht der Hersteller noch ein Plus (EBITDA +33%). Die

Portrait:

Stefan Kühn aus Duisburg ist Ökonom; er befasst sich seit einigen Jahren mit den volkswirtschaftlichen Veränderungen und der Interdependenz der Märkte sowie der politischen Einflussnahme in Bezug auf Unternehmen, Gesellschaft und den Geldmarkt. Er vertritt die These, dass es sich bei makroökonomischen keynesianischen und neu-keynesianischen Modellen meistens um vollständig interdependente ökonomische Systeme handelt, die nicht rekursiv, sondern nur simultan gelöst werden können. Dabei betrachtet er nicht allein rein wissenschaftliche Methoden, sondern bezieht seine Erkenntnisse aus seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmer und Consultant des Managements überwiegend börsennotierter Unternehmen. "Sie können diese Pressemitteilung - auch in geänderter oder gekürzter Form - mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden."

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