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Erfahrungsbericht eines Onlinehändlers mit Shopsystemen
02.12.2
Mittlerweile bin ich weit mehr als 10 Jahre Onlinehändler für Hufschuhe (Renegade Hoofboots, Cavallo, Dallmer Clog sowie Equine Fusion) und Hufpflegemittel. Und da hat man ja mit seinem Onlineshop ja schon einige Erfahrungen gesammelt. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich von den Shopsystemen im Allgemeinen schon enttäuscht bin. Das Software ab und an kleine und manchmal auch etwas größere Fehler beinhaltet, dass kennt ja wirklich jeder. Aber bei den beiden Shopsystemen die ich wirklich in der Praxis benutzt habe kann ich nur meine Enttäuschung kundtun. Angefangen bei der Installation und Einrichtung bis hin zur täglichen Arbeit mit den Programmen. Sowohl das kostenpflichtige xt:commerce als auch das Freewaresystem shopware überzeugen mich da nicht. Mit dem xt:commerce (angefangen mit der Version 3.x, aktuell die Version 5.x) habe ich insgesamt rund 10 Jahre Erfahrungen sammeln können. Und da muss ich ganz offen sagen das die Einrichtung damals nicht wirklich gut war. Von einem intuitiv zu bedienenden Programm weit entfernt. Insbesondere die Variationen (bei diesem Programm Slaves genannt) konnte man mit der ersten Version die ich erworben hatte zwar erstellen aber nur mit Fehlern. Alle Varianten per Hand zu bearbeiten macht natürlich nicht so viel Spaß. Also habe ich (großer Fehler!!!) damals die Exportfunktion, die Artikel in Tabellenform bearbeitet (was ja deutlich schneller geht) und dann wieder importiert. Das klappte dann gar nicht und hat mir ALLE Produkte zerschossen. Also gehe auf Start und fange von vorne an. Ich bin ganz ehrlich, auch ich bin nur ein Mensch und hatte damals schon die Nase gestrichen voll von dem Programm und dem nicht hilfreichen Support. Die tägliche Arbeit funktionierte prinzipiell ganz gut. Bis auf die Paypalzahlungen. Relativ häufig gibt es bei Paypal Störungen. Weil der Kunde die Zahlung abgebrochen hat, weil die Versandadresse nicht passend erscheint, weil die Kundin zwischenzeitlich den Namen geändert hat usw. Kann passieren, ist aber mehr als ärgerlich, wenn das Shopsystem eine korrekte Zahlung anzeigt. Die tägliche Arbeitsweise bestand also darin als erstes zu kontrollieren ob die von xt:commerce angezeigten Zahlungen denn auch wirklich eingegangen sind. Seit Paypal bei jedem Einloggen auch noch eine SMS mit einem Zugangscode versendet und die Seite von Paypal seit dem zu der Unübersichtlichkeit auch noch extrem langsam geworden ist umso ärgerlicher. Lange Rede kurzer Sinn: xt:commerce kam jetzt nach gut 10 Jahren überhaupt nicht mehr in die nähere Auswahl. Stattdessen haben wir und für das Freewareprogramm shopware entschieden. In der neuesten Version 6.x die übrigens regelmäßig upgedatet werden. Das spricht ja schon mal für das Produkt. Und da es komplett umsonst ist kann man da auch schon mal über das ein oder andere hinwegsehen. Trotzdem gibt es auch hier einige Dinge die wirklich noch verbesserungswürdig sind. Thema intuitive Bedienung! Einige Einstellungen sind wirklich nicht so leicht zu finden und manchmal sogar doppelt vorhanden. Da kommt man dann wirklich noch nicht einmal mit dem Handbuch weiter sondern ist auf die User in den Foren angewiesen. Die grundlegenden Funktionen funktionieren vom Prinzip her (wie zum Beispiel das Anlegen der Varianten) aber doch gibt es viele „kleine Baustellen“ die noch verbesserungswürdig sind. Insbesondere die Bearbeitung der Bestellungen ist sehr umständlich. Man kann immer nur eine Bestellung aufrufen und sieht nicht die komplette Artikelbeschreibung und erst recht nicht die Artikelnummer. Schön wäre es, wenn die Bestellungen in einem neuen Tab aufgehen würden. Denn dann kann man mehrere Bestellungen parallel bearbeiten und braucht nicht die Bestellung zu schließen nur weil man mal einen Blick in eine andere Bestellung werfen muss. Ein weiterer ärgerlicher Punkt der von vielen Nutzern in den Foren kritisch betrachtet wird ist die Anzeige von Masterprodukten. Leider zeigt shopware im Frontend immer einen Variantenartikel und nicht den Masterartikel. Also bei den Renegade Hufschuhen nicht den allgemeinen Artikel sondern einen beliebigen Slaveartikel. Das ist natürlich für Kunden etwas irritierend, wenn man auf den Renegade Hufschuh klickt und einen orangefarbenen in der Größe 1 angezeigt bekommt. Besser (und bei anderen Shopsystemen vollkommen normal und selbstverständlich) ist es den Renegade Hufschuh ohne Variaten anzuzeigen. Die kann der Kunde dann angeben und bekommt seinen gewünschten Hufschuh angezeigt. Sie merken vielleicht schon, eine richtige Empfehlung kann ich nicht aussprechen. Shopware ist aktuell noch nicht so gut das man es jedem Onlinehändler empfehlen kann. Das dauert noch einige Updates lang (hoffe ich zumindest, da besonders die Bedienung schon sehr lästig ist). xt:commerce gibt es jetzt ja auch in neueren Versionen. Aber da ich in der Vergangenheit mit den damals ja auch nagelneuen Versionen größte Schwierigkeiten hatte traue ich diesem Shopsystem auch nicht mehr über den Weg. Zumal die Macher von xt:commerce recht geschäftstüchtig sind. Da müssen Sie wirklich für jeden M...st extra bezahlen. Selbst für eine kleine Änderung der URL (ich habe das Wort „alt“ in der URL davor gestellt, da ja die ursprüngliche URL für den neuen Shop benutzt werden musste (Stichwort SEO) hat mir mal eben 30 € extra gekostet. Was soll ich zum Abschluß sage: Viel Erfolg bei der Suche nach einem für Sie geeignetem Shopsystem. Impressum: Dipl. Kfm. Wilfried Gabor Reitsport Gabor Nordring 6b 45701 Herten E-Mail: [email protected] http://pferde-huf.de
Kontakt:
Dipl. Kfm. Wilfried Gabor Reitsport Gabor Nordring 6b 45701 Herten E-Mail: [email protected] http://pferde-huf.de