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10 Dinge, die Sie noch nicht wussten: die andere Seite von Buenos Aires
28.09.2017

1. Very British: Zeit für einen Tee
Der britische Einfluss ist in Buenos Aires an jeder Ecke spürbar. Ein klares Indiz ist der traditionelle Nachmittagstee, der hier längst fester Teil des Tagesablaufs ist. Serviert werden Tee, Kaffee oder Mate, das Nationalgetränk Argentiniens, dazu gibt es kleine Sandwiches, "Medialunas", wie Croissants hier genannt werden, oder Alfajores, Kekse gefüllt mit der Karamellcreme Dulce de Leche. So lässt sich die Wartezeit bis zum meist späten Abendessen leichter ertragen. Dank der ausgeprägten Kaffeekultur der Stadt ist die Auswahl an Kaffeehäusern groß, vor allem das Alvear Palace Hotel und der Klassiker Café Tortoni sind berühmt für den eleganten Nachmittagstee.

2. Verrucht: Die Bordelle der Stadt als Geburtsstätten des Tango
Was gibt es feineres und erhabeneres als den Tango, der heute sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt? Umso erstaunlicher, dass der berühmte Tanz in der Mitte des 18. Jahrhunderts in den Bordellen und Armenvierteln der Stadt entstanden ist. In den einstmals armen Vierteln San Telmo, La Boca und Barracas trafen sich Einwanderer, ehemalige Sklaven und die Unterschicht der Stadt und brachten durch Musik und Tanz etwas Freude in ihr tristes Leben. Erst 1910 brachten Carlos Gardel und seinesgleichen die Musik nach Paris, erst dann ließ auch Argentiniens High Society den Tango in ihre Ballsäle. Berühmte Tanzstätten sind die Esquina Carlos Gardel oder Rojo Tango im Faena Hotel, im Salon Canning können auch Besucher das Tanzbein schwingen, vielerorts werden Tanzkurse angeboten.

3. Belesen: Buenos Aires, Hauptstadt der Buchläden
Leseratten fühlen sich wohl in Buenos Aires: Argentiniens Hauptstadt hat mit 25 Buchläden pro 100.000 Bewohner die größte Anzahl an Buchläden pro Kopf auf der Welt. Vor allem zwei der bekannten Straßen sind von Buchläden gesäumt: Corrientes im Theaterviertel und Santa Fe mit dem berühmten El Ateneo Grand Splendid. In über 800 Geschäften und an tausenden Kiosken von San Telmo bis Palermo Viejo werden Bücher zu günstigen Preisen verkauft, wobei jedes Stadtviertel eigene thematische Schwerpunkte setzt.

4. Begraben: La Recoleta, Ruhestätte für die Reichen und Schönen
Ausgerechnet ein Friedhof hat es in Buenos Aires zu architektonischem Ruhm gebracht. Wer seine letzte Ruhe in einem der handgefertigten Grabstätten in Form kleiner Villen auf dem Friedhof La Recoleta verbringen darf, muss zu Lebzeiten zur Creme de la Creme der Stadt gehört haben und befindet sich in bester Gesellschaft. 1822 öffnete der berühmte Friedhof seine Pforten und ist seitdem die letzte Heimat zahlloser Berühmtheiten, darunter Evita Perón sowie zahlreiche Präsidenten und Generäle Argentiniens.

5. Großzügig: eine Straße mit 12 Spuren
Ein weiteres ungewöhnliches Highlight ist die Avenida 9 de Julio, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, die Buenos Aires von Süd nach Nord durchkreuzt. Benannt nach dem legendären Tag im Jahre 1816 als Argentinien die Unabhängigkeit von Spanien erlangte, wurde der Bau der Straße bereits seit 1888 geplant, mit dem Ziel Buenos Aires mehr wie Paris aussehen zu lassen. 1930 schließlich erfolgte der erste Spatenstich und erst in den 1960ern wurde die letzte der 12 Spuren der heute breitesten Straße der Welt fertiggestellt. Eine kuriose Sehenswürdigkeit, die sich am besten vom sicheren Gehsteig aus betrachten lässt.

6. Exotisch: der japanische Garten von Buenos Aires
Eingebettet in das Parkgebiet von Palermo zwischen Libertador und Alcorta, öffnete der japanische Garten von Buenos Aires Ende der 1960er Jahre anlässlich des Besuchs des Prinzen von Japan seine Türen. Heute ist er der größte japanische Garten außerhalb Japans und wirkt mit seinen kunstvollen Gartenanlagen, dem japanischen Leuchtturm und den roten Brücken wie eine komplett andere Welt. Hier finden zahlreiche asiatische Festivals statt, auch ein typisches Teehaus ist im Garten zu finden.
7. Unterirdisch: historisch unterwegs mit Buenos Aires U-Bahn

El Subte, wie die U-Bahn in Buenos Aires genannt wird, ist bereits seit 1913 im Untergrund der Stadt unterwegs und damit die älteste U-Bahn in Lateinamerika und die viertälteste in ganz Amerika, nach New York, Boston und Philadelphia. Die erste Bahnlinie "A" verband den Präsidentenpalast Casa Rosada mit dem Kongress, direkt unter der Avenida de Mayo. Die Haltestellen sind auch heute noch wunderhübsch gestaltet, teilweise antik, teilweise modern, doch jede für sich ist eine kleine Sehenswürdigkeit. Die neueste Linie "H" ist auch als einzige U-Bahn-Station der Welt nach einem Menschenrechtler benannt, der sich für gleichgeschlechtliche Beziehungen ein

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