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Diazepam in der Behandlung von Benzodiazepinabhängigkeit
02.12.2
Benzodiazepine sind Psychopharmaka mit einem hohen Suchtpotenzial. Auch bei sachgemäßer Anwendung kann sich schon nach wenigen Wochen eine Abhängigkeit entwickeln. Deshalb achten Ärzte darauf, die Behandlung so schnell wie möglich wieder zu beenden. In manchen Fällen ist aber eine Verabreichung über einen längeren Zeitraum erforderlich. Andere Patienten sind durch den Missbrauch von Benzodiazepinen in die Abhängigkeitsfalle geraten.  Dann müssen die Medikamente schrittweise abgesetzt werden, um die im schlimmsten Fall lebensbedrohlichen Entzugserscheinungen so weit wie möglich zu mildern. Der erste Schritt zum Entzug ist eine schrittweise Umstellung auf Diazepam. Dieser Wirkstoff gehört ebenfalls zur Gruppe der Benzodiazepine, zeichnet sich jedoch durch eine lange Halbwertszeit und leichte Dosierbarkeit aus. Unabhängig von der Dauer der Benzodiazepineinnahme ist es immer erforderlich, die Dosis vorsichtig und Schritt für Schritt zu reduzieren. Es gilt, die individuellen Entzugserscheinungen zu beobachten und dementsprechend die Geschwindigkeit des Entzugs zu modifizieren. Werden Benzodiazepine ohne Übergang abgesetzt, kommt es zu einem kalten Entzug, der im schlimmsten Fall zum Tode führen kann. Auch kann es vorkommen, dass sich Patienten bei zu schneller Reduzierung nie wieder richtig erholen. Nur durch ein vorsichtiges Zurückfahren der Tagesdosis können die schlimmsten Entzugserscheinungen vermieden werden. Das schrittweise Absetzten von Benzodiazepinen erfordert ein genaues Wissen über die einzelnen Wirkstoffe sowie über deren Halbwertszeiten und sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Beim eigenmächtigen Absetzen sind Rückschläge vorprogrammiert. Jedes Mal, wenn die Dosis reduziert wird, zeigt der Körper eine Schockreaktion, die umso heftiger ausfällt, je stärker die Dosis zurückgefahren wurde. Wenn der Patient weniger als ein Jahr Benzodiazepine genommen hat, erfolgt das Absetzten meist über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten. Bei Langzeitgebrauch von mehreren Jahren kann die Zeit des Entzugs anderthalb Jahre oder mehr betragen. Die Dauer des Entzugs ist neben dem Zeitraum der Einnahme auch von der gewohnten Tagesdosis abhängig. Bei einer täglichen Einnahme von weniger als 30 Milligramm Diazepam-Äquivalent spricht man von einer Niedrigdosis-Abhängigkeit. Liegt die Tagesdosis über 30 Milligramm, hat man es mit einer Hochdosis-Abhängigkeit zu tun. Bei einer Niedrigdosis-Abhängigkeit wird die Gesamtdosis langsam auf Diazepam umgestellt. Bei einer Hochdosis-Abhängigkeit werden nur 60 bis 70 % umgestellt, und dann erfolgt das Schritteise Absetzen der verbleibenden Fremdbenzodiazepine.
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