Erneute Zertifizierung für AltersTraumZentrum

Das multiprofessionelle Behandlungskonzept des AltersTraumaZentrums DGU® in der Ge-sundheitszentrum Bitterfeld/Wolfen gGmbH kommt Patienten der Altersgruppe über 70 Jahre zugute. Dass diese Patienten hier bestens versorgt sind, bestätigte jüngst die erfolgreich durchlaufene Regelprüfung durch die Fachgesellschaft. "Wir sind von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) frisch rezertifiziert und haben die geforderten Qualitäts- und Sicherheitskriterien in der Alterstraumatologie nachgewiesen", geben die Chefärzte der beteiligten Kliniken bekannt. Die Prüfung erfolgte in einer ganztägigen Visitation durch zwei Experten und zeigt die hohe Qualität der Versorgung von betagten Patienten nach Unfallverletzungen.

Über 300 Patienten pro Jahr werden im hiesigen AltersTraumaZentrum (ATZ) nach einem ganzheitlichen Konzept behandelt. Die von Chefarzt Dr. med. Holger Welsch geleitete Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie sowie die von Chefarzt Dipl.-Med. Roberto Schnabel geführte Medizinische Klinik III für Geriatrie, Allgemeine Innere und Palliativmedizin arbeiten im ATZ fachübergreifend zusammen. Im Jahr der Erstzertifizierung 2017 war es das zweite ATZ in Sachsen-Anhalt und das dritte in den neuen Bundesländern. Inzwischen kamen bundesweit Zentren dazu. Allerdings besitzen die ATZ der ersten Stunde einen erheblichen Erfahrungsvorsprung.

Fachübergreifende Erfahrung und Qualitätsstandards

Jüngere Menschen genesen nach erlittenen Knochenbrüchen durch Stürze oder Unfälle meist relativ rasch. Dagegen verkraften Patienten jenseits des 70. Lebensjahres solche Traumata häufig schwieriger. Neben dem Alter sind Vorerkrankungen zu beachten. Auch kann sich die länger andauernde Erholungsphase nach Operationen negativ auf die Mobilität älterer Patienten auswirken. Umso wichtiger ist die kollegiale und multiprofessionelle Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegenden, Physio- und Ergotherapeuten über die gesamte Behandlungszeit - von der Notaufnahme über die Operation und während des Aufenthalts auf der unfallchirurgischen sowie geriatrischen Station. "Das klappte bei uns auch schon vor der ersten ATZ-Zertifizierung", berichten die Zentrumskoordinatoren Oberarzt Dr. med. Michael Schilling und Oberarzt Sven Wildgrube (Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie) sowie Oberärztin Dipl.-Med. Sandra Schnabel (Klinik für Geriatrie). Gemeinsame Visiten und Fallbesprechungen von Unfallchirurgen und Altersmedizinern sind hier seit 2006 gelebte Realität. "Wir hatten hier frühzeitig die Auswirkungen des demographischen Wandels durch die Abwanderung junger Menschen erkannt und stellten uns auf die Medizinversorgung einer immer älter werdenden Bevölkerung ein", merkt Dr. Schilling an.

Traumatologie, Geriatrie und Rehabilitation

Über ein spezielles Notaufnahmescreening werden Patienten über 70 Jahre, die nach Un-fällen zum Beispiel mit Frakturen ins Gesundheitszentrum Bitterfeld/Wolfen kommen, als geriatrische Patienten erkannt. Kriterien sind u.a. bereits bestehender Hilfebedarf, geistige Einschränkungen und Mehrfacherkrankungen. Bei der unfallchirurgischen Versorgung setzen Chefarzt Dr. Welsch und sein Team auf moderne Verfahren. "Die Patienten sollen den verletzten Körperteil möglichst schnell nach der OP wieder belasten können. Dann lassen sich lange Liegezeiten vermeiden und die Frührehabilitation kann starten", erklären Dr. Michael Schilling und Sven Wildgrube.

In gemeinsamen Visiten und Konsilen entscheiden die Fachärzte, ob ein Patient direkt auf der geriatrischen Station im Gesundheitszentrum weiterbehandelt wird oder zum Beispiel eine externe Anschlussheilbehandlung für ihn angezeigt ist. "Das hängt stets vom individuellen Fall ab. Unsere Möglichkeiten der Frührehabilitation sind hier dank Station und Tagesklinik vielfältig", sagt Oberärztin Dipl.-Med. Sandra Schnabel. Dabei muss sich die Fachbereichsleiterin Geriatrie bedingt durch die Corona-Situation aktuell mit Leistungseinschränkungen arrangieren. "Wir erarbeiten für unsere geriatrische Tagesklinik ein Hygienekonzept, sodass wir diese Abteilung bald wieder öffnen dürfen", bestätigt Chefarzt Dipl.-Med. Roberto Schnabel.

Patienten, die auf der geriatrischen Station im Gesundheitszentrum weiterbehandelt werden, erhalten eine alltagsorientierte Physio- und Ergotherapie. Ziel aller Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten ist es, die Patienten wieder fit zu machen für ein eigenständiges Leben bei guter Qualität. "Unsere Patienten möchten in der Regel zurück in ihre selbstbestimmte Häuslichkeit. Unser Job ist es, ihre Mobilität trotz alters- und kran

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Aufgenommen am: 29.06.2020 14:00:33
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