Rundum versorgt bei Nierenerkrankungen

In Deutschland werden derzeit etwa 80.000 Menschen mit einer künstlichen Niere (Dialyse) aufgrund von einer schweren Nierenerkrankung versorgt. Jedes Jahr kommen etwa 5.000 Patienten hinzu, in Sachsen-Anhalt etwa 150 - Tendenz steigend.

In erster Linie hängt dies damit zusammen, dass sich die Lebenserwartung erhöht und die Patienten mit schwerer Nierenerkrankung heute länger leben als noch vor 20 Jahren. Aber auch Zivilisationskrankheiten lassen die Zahl an Neuerkrankungen mit schwerer Funktionsstörung der Niere steigen, so der Diabetes mellitus, die Autoimmun-Erkrankungen oder aber die Selbstmedikation mit Schmerzmitteln, die frei verkäuflich und - unkritisch eingesetzt - zu schweren Nierenerkrankungen führen können. Dazu kommt der Umstand, dass nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen, um Patienten mit schwerer Nierenerkrankung dauerhaft zu heilen.
So bleibt für die meisten dieser Patienten die Dialyse. Das bedeutet, dass man in der Regel drei Mal pro Woche für 4-6 Stunden an eine Maschine angeschlossen wird, die das Blut von Giftstoffen und den Körper von Wasser befreit.

"Mit der Dialysepraxis in Bitterfeld haben wir in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus einen wichtigen Partner, um Patienten mit solchen Erkrankungen zu behandeln", erzählt der Chefarzt Dr. Garlipp.
Seit etwas mehr als zwei Jahren besteht durch die Einführung der Gefäßchirurgie am Gesundheitszentrum Bitterfeld-Wolfen nun eine enge Kooperation zwischen Dialysepraxis und Krankenhaus. "Es war einer meiner ersten Besuche bei ambulant tätigen Ärzten, als ich im September 2015 die Dialysepraxis von Herrn Dr. Saile, Frau Dr. Theunert und Frau Dr. Claus in Bitterfeld aufsuchte", berichtet Chefarzt Dr. Garlipp aus der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie.

Die Zusammenarbeit zwischen Dialysepraxis und Gefäßchirurgie ist für die Patienten oft lebensnotwendig, denn für eine wirksame Dialyse benötigt man einen sicheren Zugang zu den Blutgefäßen, der einen hohen Austausch von Blut pro Minute ermöglicht. Für die erste Zeit an der künstlichen Niere genügt meist ein über eine größere Vene eingeführter spezieller Dialysekatheter, der operativ eingepflanzt werden muss. Dieser kann bis zu drei Jahre für die Dialyse verwendet werden, aber oftmals kommt es bereits vor Ablauf dieser Zeit zu Komplikationen, wie Katheterverschluss oder - da der Katheter im Grunde genommen eine unnatürliche Körperöffnung darstellt - Infektion. Aus diesem Grund bekommen die meisten Patienten einen dauerhaften Zugang zur Dialyse am Arm. "Eine normale Vene reicht dafür nicht aus, weil sie erstens zu dünn für die großen Kanülen ist und zweitens einen zu geringen Blutfluss hat", erklärt der Chefarzt.

Für eine wirksame Dialyse müssen durch das Blutgefäß etwa 300 bis 400 ml Blut pro Minute fließen. Dies wird erreicht, indem man einen Kurzschluss zwischen einer Arterie und einer Vene herstellt, eine sogenannte "arterio-venöse Fistel", so dass ein Teil des arteriellen Blutes nun mit hoher Geschwindigkeit und hohem Druck durch die Vene fließt und diese vergrößert. Aber auch dies kann zu Problemen führen, sei es, dass die Vene sich verschließt, sei es, dass zu viel Blut aus der Arterie abgezweigt wird und die Hand nicht mehr ausreichend durchblutet ist oder dass die Vene sich im Laufe der Jahre zu stark aufweitet.

All diese Fälle bedürfen der Korrektur durch einen in der Dialyseshunt-Chirurgie erfahrenen Gefäßchirurgen. "Wir haben hier in Bitterfeld durch die örtliche Nähe zwischen Krankenhaus und Dialysepraxis ideale Verhältnisse", so der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. "Ein kurzer Anruf aus der Praxis bei uns genügt und der Patient kann sich zeitnah in unserer Klinik vorstellen", fügt Dr. Garlipp hinzu. Dies ermöglicht auch eine schnellere Entscheidung über notwendige Operationen bei kritischen Fällen. Für Dialysepatienten kann dies oft überlebenswichtig sein, denn ein verschlossener Dialysezugang bedeutet, dass der Patient die lebensnotwendige Dialyse nicht erhalten kann. "Viele Patienten halten das nur ein bis zwei Tage aus", sagt der Gefäßchirurg.

In den vergangenen zwei Jahren wurden am Gesundheitszentrum Bitterfeld-Wolfen 110 Operationen zur Anlage oder Korrektur von Dialysezugängen durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie und Angiologie können auch komplexe Probleme mit Engstellen oder Verschlüssen der Dialysegefäße in unmittelbarer Nähe zum Herzen gelöst werden. Auf diese Weise können heutzutage Patienten mit Ballonaufdehnung und Stent behandelt werden, bei denen früher größere Operationen in einer Spezialklinik erforderlich gewesen wären. "Die immer bessere Technik gepaart m

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Aufgenommen am: 24.11.2017 16:00:02
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Firmenporträt:Die Gesundheitszentrum Bitterfeld/Wolfen gGmbH ist ein modernes medizinisches Leistungszentrum mit überregionaler Bedeutung und Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zur Versorgung der Patienten stehen 12 klinische Fachabteilungen mit 430 Betten bereit. Jährlich werden ca. 20.000 Patienten stationär und ca. 30.000 ambulant behandelt. Weiterhin gehören zum Gesundheitszentrum 2 Tageskliniken mit 30 Plätzen, ein Seniorenpflegeheim mit 50 Plätzen sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum mit 10 Facharztpraxen. Mit den ca. 900 Mitarbeitern gehört unsere Einrichtung zu einem der größten Arbeitgeber der Region. Unser Ziel ist es, dass sich die Patienten, trotz einer möglicherweise schwierigen Krankheitssituation, in sicheren Händen und damit geborgen fühlen. Disclaimer: Gerne können Sie diese Pressemitteilung - auch in geänderter oder gekürzter Form - mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden.

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